Berlin: Obama will Atomwaffen um ein Drittel verringern


(C) A.Savin, 2010, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 2.5)

Kurz vor der Rede von US-Präsidenten Barack Hussein Obama zur atomaren Abrüstung hatte der russische Präsident Wladimir Putin deutlich gemacht, Russland könne kein strategisches Ungleichgewicht zulassen. "Wir können nicht erlauben, dass das Gleichgewicht des Systems der strategischen Abschreckung gestört oder die Effektivität unserer Atomstreitmacht geschwächt wird", gab Putin zu verstehen. Auch weiterhin bleibe die Schaffung eines Luft- und Raumabwehrsystems eine Priorität der russischen Militärindustrie, betonte er.

Mit der Modernisierung der russischen Streitkräfte wolle man die Gefahr eines Enthauptungsschlages berücksichtigen, hieß es. Laut russischen Medien sagte Putin in Sankt Petersburg zur Thematik: "Militärische Analytiker sprechen immer öfters von der Möglichkeit eines entwaffnenden und enthauptenden Erstschlages, vor dem nicht einmal Kernwaffenmächte sicher sein können".

In einer zuletzt vom Weißen Haus veröffentlichten neuen Strategie heißt es, dass die Vereinigten-Staaten bestrebt sein werden, die Atomarsenale um ein Drittel von dem im neuen START-Vertrag festgehaltenen Niveau abzubauen. Man wolle demnach die konventionellen Kräfte vervollkommnen und den Anteil von Atomwaffen am Abschreckungspotential senken. Der Einsatz von Atomwaffen werde ein "äußerster Notfall" sein, so für den Schutz des eigenen Territoriums oder von Verbündeten, schreibt man.

In seiner öffentlich gehaltenen Rede im deutschen Berlin hatte Obama ein weitreichendes Abrüstungsangebot gemacht. Laut Obama leben wir "nicht mehr in Furcht vor einer globalen Vernichtung". Doch solange es auf der Welt Atomwaffen gibt, "sind wir nicht wirklich sicher". Demnach müsse das Ziel einer Welt ohne Atomwaffen verfolgt werden. Dazu merkte der US-Präsident an: "ungeachtet, wie weit sich dieser Traum in der Zukunft befinden mag".

Seitens Igor Korotschenko, vom Magazin "Nacionalnaja Oborona" (deutsch: "Nationale Verteidigung") und Mitglied des Gesellschaftlichen Rates beim russischen Verteidigungsministerium, hieß es unter anderem als Reaktion darauf, dass die USA den Russen selbst eine radikale Atom-Abrüstung anbieten würden. Selbst halten sie aber ihre taktischen Kernwaffen in Europa. Die USA würden ihre potentiellen Möglichkeiten zum Abfangen der russischen ballistischen Interkontinentalraketen ausbauen und parallel dazu versuchen, Russland eine "hastige Atom-Abrüstung aufzudrängen", gab Igor Korotschenko gegenüber "Ria Nowosti" weiter zu verstehen.

Der aktuell gültige Start-Vertrag (Strategic Arms Reduction Treaty) verpflichtet Russland und die USA zu einer Verringerung der strategischen Offensivwaffen. Seit April 2011 sind jährlich bis zu 18 Inspektionen vorgesehen. Der Informationsaustausch über das Fortschreiten der Abrüstung findet alle halben Jahre am 1. März und am 1. September statt. Laut dem Start-Vertrag von 2010 haben Russland und die USA vor, innerhalb von sieben Jahren die Anzahl der Sprengköpfe auf 1550 zu verringern und die Obergrenze für strategische Trägermittel (w.e. Interkontinentalraketen) auf 800 abzusenken.

 

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