Umsätze mit Aktien: Ermittlungen gegen Händler


(C) Astrid Kopp, 2009, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-NC-SA 2.0)

Wegen des Verdachts auf künstlich aufgeblähte Aktienumsätze hatte die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main Ermittlungen aufgenommen. Man bestätigte einen Bericht der WirtschaftsWoche, wonach Marktteilnehmer Aktien zwischen dem Xetra-System und den Spezialisten auf dem Parkett der Frankfurter Börse im Kreis gehandelt haben sollen.

Mit ausgewählten Papieren wären so Börsenumsätze in die Höhe getrieben worden. Sollten die Vorwürfe zutreffen, könnte der Straftatbestand "Betrug" erfüllt sein. In Deutschland ist eine Manipulation des Marktes nach § 20 des Wertpapierhandelsgesetzes verboten.

Durch künstlich aufgeblähte Umsätze könnten Vorteile erzeugt werden, denn die Liquidität einer Aktie ist unter anderem ein wichtiges Kriterium für die Aufnahme in einen bestimmten Index. Somit könnten wiederum große institutionelle Investoren angelockt werden.

Die Ermittlungen wurden Medienberichten zufolge durch die Deutsche Börse selbst ausgelöst. Schon im November vergangenen Jahres hatte man in einem internen Schreiben an Marktteilnehmer darauf aufmerksam gemacht, dass es Auffälligkeiten im Handel gebe. In dem Schreiben hieß es etwa: "Das beschriebene Handelsverhalten wiederholt sich regelmäßig, ohne dass Aufträge Dritter zur Ausführung gelangen".

Auch wenn derartige Aktivitäten nur begrenzt festgestellt wurden, wären sie "grundsätzlich geeignet, das Vertrauen in die Ordnungsmäßigkeit des Börsenhandels und der Integrität des Marktes zu beschädigen, da hier Marktteilnehmern maßgeblich falsche oder irreführende Signale (Umsatzvolumen) gegeben werden."

Ende 2012 hatte die Bafin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet, nachdem sie von der Deutschen Börse alarmiert wurde. In der Sache wurden Medienberichten zufolge Ermittlungen auch schon eingestellt, gegen Zahlung von Geldstrafen.

In diesem Fall soll es sich um Mitarbeiter der Close Brothers Seydler Bank AG gehandelt haben. Es mussten zwischen 2250 und 9900 Euro gezahlt werden, heißt es. Der WirtschaftsWoche hatte man erklärt, mit der Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflage sei "keine Schuldfeststellung" verbunden. Gegen einen weiteren Händler eines anderen Brokerhauses laufen die Ermittlungen noch.

  
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