Gelder zur Rettung Griechenlands: Großteil wanderte in Banken ab


(C) Stefan Kraft, 2003, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-NC-SA 2.0)

Zu mehr als drei Viertel wären die Hilfsmilliarden der Euro-Partner an Griechenland bei Banken und Kapitalanlegern gelandet, schreibt die Süddeutsche-Zeitung. Dies haben demnach Recherchen von Attac (globalisierungskritische Nichtregierungsorganisation) ergeben.

Von 207 Milliarden Euro an Krediten gingen demnach fast 160 Milliarden Euro an Banken und Kapitalanleger. Lisa Mittendrein von Attac Österreich kommentierte: "Das Ziel der politischen Eliten ist nicht die Rettung der griechischen Bevölkerung, sondern die des Finanzsektors".

Die griechische Regierung steckte allein 58 Milliarden Euro in die Aufstockung des Eigenkapitals von Banken des Landes. Weitere 55 Milliarden Euro wären für die Rückzahlungen auslaufender Staatsanleihen und etwa 11 Milliarden Euro für den Rückkauf alter Schulden eingesetzt worden.

Zudem wäre mit weiteren 35 Milliarden Euro den internationalen Banken, Versicherungen wie auch Investmentfonds im vergangenen Jahr die Teilnahme am vollzogenen ersten Schuldenschnitt schmackhaft gemacht worden. Von den etwa 47 Milliarden Euro, welche im Staatshaushalts Griechenlands "angekommen" sind, musste die griechische Regierung umgehend 35 Milliarden Euro als Zinszahlungen an die Besitzer von Staatsanleihen weiterreichen.

Damit würde die weitverbreitete und von zahlreichen Politikern vertretene Position, zur Besänftigung der Öffentlichkeit, nicht zustande gekommen sein, dass nämlich das Geld der "Rettungspakete" den Menschen in Griechenland zugutekam. Dies wäre mit der Untersuchung der Geldabflüsse nun widerlegt, heißt es.

Es sei vielmehr so, dass die einfachen Bürger die Zecher der Geldumverteilung zahlen müssten. Dies in Form einer brutalen Kürzungspolitik, welche "die bekannten katastrophalen sozialen Folgen hat", merkte Mittendrein an. Seitens der deutschen Bundesregierung hatte man die erhobenen Vorwürfe zur Thematik zurückgewiesen.

Demnach hätten die Menschen in Griechenland bisher profitieren können, da die griechische Regierung mehr Zeit für Reformen gehabt hätte und die Banken wären auch vor dem "Kollaps" bewahrt worden, so die Annahme des deutschen Finanzministeriums in Berlin. Seitens der Troika (EU, EZB, IWF) hieß es zur Untersuchung, dass die Gelder für die Banken den Bürgern zugutegekommen wären, denn "ohne vernünftig ausgestattete Banken könne eine Volkswirtschaft nicht funktionieren".

  
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