Erneuerbare Energien: Siemens steigt aus Solarsparte aus


Siemens

Nachdem Siemens vergeblich nach einem Käufer für das Solargeschäft suchte, wolle der Konzern nun die Solarsparte schließen. Laut Handelsblatt sagte ein Sprecher des Unternehmens, dass die Geschäfte bis zum Frühjahr kommenden Jahres (2014) komplett heruntergefahren werden. Es seien 280 Beschäftigte betroffen, speziell in Israel. Den Ausstieg aus dem Solargeschäft hatte man bereits im Oktober letzten Jahres verkündet.

Dieser Schritt wurde mit "nicht erfüllten Erwartungen" begründet. Im Verlauf hätte es einige Interessenten gegeben. Doch ein Verkauf wurde nicht realisiert. Künftig wolle sich Siemens auf Wind- und Wasserkraft konzentrieren. Laufende Projekte möchte man aber zuende bringen und auch die Gewährleistungspflichten in den nächsten Jahren erfüllen.

Im Jahr 2009 hatte Siemens den israelischen Solarthermie-Spezialisten Solel für 284 Millionen Euro übernommen. Laut Branchenkennern dürfte die Schließung nochmal einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag kosten. Für Siemens belaufen sich die Gesamtbelastungen einschließlich der bisher aufgelaufenen operativen Verluste auf knapp eine Milliarde Euro.

Aus dem Wüstenstrom-Projekt Desertec hatte sich Siemens neben Bosch schon seit längerem zurückgezogen. Mit Blick auf Deutschland entwickeln sich die einst hochgejubelten Solar-Geschäfte mehr und mehr zum Mega-Flog, hatte der "Spiegel" kürzlich zur Thematik angemerkt. Dies auch wegen der scharfen Konkurrenz von Unternehmen aus Fernost.

Mit dem Sparprogramm "Siemens 2014" wolle man etwa sechs Milliarden Euro an Kosten einsparen, hieß es im November vergangenen Jahres laut Peter Löscher. Löscher zufolge wurde das Unternehmen den eigenen hohen Ansprüchen zuletzt nicht gerecht. "Wir haben Potenzial liegen gelassen, 2011 waren wir an der Spitze, 2014 wollen wir wieder dort sein".

Der Rückzug Siemens aus dem Planungsstab von Desertec stand gleichfalls mit der Trennung des Unternehmens von seiner Solarsparte im Zusammenhang. Im vergangenen Jahr hieß es laut FTD (Financial Times Deutschland), dass Siemens mit dem Ausstieg aus dem Solargeschäft weitere Belastungen von etwa 250 Millionen Euro verbuchen müsste. Laut "Insiderschätzungen" hieß es damals (Oktober 2012), dass die Solarsparte dem Konzern seit 2009 rund 800 Millionen Euro gekostet hätte.

Seitens der Desertec Industrial Initiative (DII) hieß es in einer Studie vom Sommer vergangenen Jahres, dass Mithilfe von Wüstenstrom aus Nordafrika und dem Nahen Osten für Europa der Ökostromanteil "bis 2050" auf "90 Prozent" gebracht werden kann. Dies sei demnach "technisch möglich und wirtschaftlich machbar". Bis 2020 soll der Anteile eine "spürbare Größe" erreicht haben. (mehr hier)

  
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