GR: Privatisierung von DEPA vorerst geplatzt


DEPA

Eigentlich soll Griechenland mit den Privatisierungsbemühungen Milliarden einsammeln, wobei es wohl aber Probleme gibt. Bislang war es nicht gelungen, einen einzigen Bieter für das staatliche Erdgas-Unternehmen Depa zu finden. Die sog. Privatisierungsagentur hatte kein Gebot erhalten. Nur ein Gebot sei für das Schwesterunternehmen Desfa (Gasnetzbetreiber) eingegangen.

Im Vorfeld hatte der russische Erdgas-Riese Gazprom einen Rückzieher gemacht und seine Offerte zurückgezogen. Auch andere potenzieller Bieter für die Depa, welche zuvor noch Interesse signalisierten, gaben keine Gebote ab. Zu diesem Kreis gehören auch eine andere russische Firma und ein griechisches Konsortium.

Laut der Wirtschaftsnachrichtenagentur Reuters sei es nicht gelungen, Interessenten zu überzeugen, ein verbindliches Angebot abzugeben. Nachfolgend war der griechische Leitindex um mehr als fünf Prozent gesunken.

Laut dem Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow kann die Regierung in Athen keine Garantien dafür geben, dass sich die finanzielle Lage von DEPA zum Abschluss des Geschäfts nicht verschlechtert, hieß es seitens des vom Kreml kontrollierten Unternehmens.

Ebenfalls wolle man Gas zu Preisen verkaufen, die ca. 30 Prozent über dem europäischen Durchschnitt liegen würden. Am vergangenen Samstag soll auch ein ranghoher EU-Amtsträger Athen davon in Kenntnis gesetzt haben, dass die Kartellwächter der EU die Übernahme von Depa und deren Tochter Desfa durch die russischen Konzerne Gazprom und Sintes blockieren werden, heißt es laut russischen Medienberichten.

Laut Reuters werde es in Zukunft aber einen neuen Versuch für einen Verkauf geben. Der Verkauf von Staatsbesitz ist eine entscheidende Vorgabe der internationalen Geldgeber für weitere Hilfen an Griechenland. Für die Desfa gab nach Angaben des griechischen Energieministeriums die Firma Socar aus Aserbaidschan ein Gebot ab.

Der griechische Privatisierungsfonds hoffte eigentlich, mit dem Verkauf der Gasunternehmen DEPA und DESFA insgesamt 1,3 Milliarden Euro zu kassieren. In diesem Jahr will Griechenland Staatsbesitz im Wert von 2,6 Milliarden Euro verkaufen. Seit dem ersten Rettungskredit im Jahr 2010 hat Griechenland seine Privatisierungsziele konsistent verfehlt.

  
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