Stadtschloss Berlin: Laut Spiegel mehr Steuergelder notwendig


(C) dalbera, 2011, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Der Wiederaufbau des Stadtschlosses in Berlin könnte einem Bericht von "Spiegel" zufolge mehr Lasten für den Steuerzahler mit sich bringen. Der Bund wolle die 80 Millionen Euro teure barocke Fassade aus eigenen Mitteln bezahlen, sollten sich nicht genügend Spender finden. Das deutsche Magazin beruft sich auf interne Unterlagen des Bundesbauministeriums.

Im Vorfeld hatte der Bundestag seine Zusagen für den etwa 590 Millionen Euro teuren Bau des Stadtschlosses davon abhängig gemacht, dass die Fassaden "ausschließlich" privat bezahlt werden müssten. Laut Spiegel hätte der Geschäftsführer der Stiftung Berliner Schloss - Humboldtforum, Manfred Rettig, mitgeteilt, dass erst 10,4 Millionen Euro an Spendenmitteln eingegangen sind. Der Bund müsse nun aber Aufträge für die nächsten Jahre vergeben. Nach aktuellem Stand soll das Berliner Schloss bis 2019 rekonstruiert sein.

Den weiteren Angaben des Magazins zufolge hätte der Haushaltsausschuss das Bundesbauministerium im Oktober vergangenen Jahres dazu ermächtigt, die Kosten für die Fassade zu übernehmen. Die "Vorfinanzierung" sollte möglichst später durch Spenden "abgedeckt" werden. Wegen der geringen Spenden forderte die Grünen-Abgeordnete Bettina Herlitzius, dass die Arbeiten an der Fassade gestoppt werden sollten.

Im April 2009 hatte die ehemalige schwarz-rote Bundesregierung den Weg für den Wiederaufbau des Stadtschlosses in Berlin freigemacht. Das Schloss war nach schweren kriegsbedingten Beschädigungen 1950 gesprengt worden. Im Sommer vergangenen Jahres waren nach jahrelangen Vorbereitungen die Bauarbeiten für die Wiedererrichtung des Berliner Stadtschlosses begonnen worden. Für den angestrebten Neubau wurde der Palast der Republik, der einstige Sitz der DDR-Volkskammer, abgerissen.

Der offizielle Startschuss für das Humboldt-Forum war erst für das Frühjahr dieses Jahres eingeplant worden. Laut dem Kulturstaatsminister Bernd Neumann wäre der Wiederaufbau des Stadtschlosses das "größte Kulturbauvorhaben in Deutschland". Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) zeigte sich im Sommer vergangenen Jahres erfreut über den Wiederaufbau. Seinen Worten zufolge gewinne Berlin damit "einen neuen kulturellen Schwerpunkt, der für die globalisierte Gegenwart und Zukunft entscheidende Akzente setzt".

Im Dezember 2009 hatte das Oberlandesgericht Düsseldorf den Weg für den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses frei gemacht. Das Gericht hatte auf Beschwerde der Bundesrepublik Deutschland hin einen Beschluss des Bundeskartellamts aufgehoben, welches zuvor den Vertrag mit dem italienischen Architekten Franco Stella für nichtig erklärte.

Im September 2009 hatte das Bundeskartellamt den Vertrag mit dem italienischen Architekten Franco Stella auf Betreiben des in dem Architektenwettbewerb unterlegenen Architekten Hans Kollhoff für ungültig erklärt. Dem Vorwurf mangelnder Transparenz bei der Auftragsvergabe schloss sich das Oberlandesgericht Düsseldorf nicht an.

  
Bücherindex Bild Link

Weitere Inhalte