China: Wirtschaft weiter schwach


(C) marsmet47, 2011, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-NC-SA 2.0)

Zuletzt eher enttäuschende Konjunkturdaten aus China haben weitere Hinweise darauf geliefert, dass das Wachstum der Volksrepublik schwächelt. Dies löste teils Spekulationen darüber aus, ob ggf. eine Zinssenkung unternommen werden könnte. Im Mai exportierte China wegen der schwachen Weltwirtschaft so wenig wie seit fast einem Jahr nicht mehr.

Auch hatten die Chinesen zu wenige Produkte selbst gekauft, um somit die Wirtschaft anzukurbeln. Die veröffentlichten Inflationsdaten fielen ebenfalls und die Kreditvergabe der Banken als auch die Investitionen in die Wirtschaft waren unerwartet schwach. Der RBS-Analyst Louis Kuijs gab zu verstehen, dass die konjunkturellen Daten zwar auf weiteres Wachstum hinweisen, doch dieses würde weiterhin nicht überzeugend sein und zugleich schien es im Mai an Fahrt verloren zu haben.

Noch negativer hatte der Ökonom Jianguang Shen die Lage eingeschätzt. Dieser hält es aus aktueller Sicht heraus für möglich, dass die Wirtschaft Chinas im zweiten Quartal weniger stark wachsen könnte, als im ersten Quartal. Binnen Jahresfrist konnten die Ausfuhren nur um ein Prozent zulegen. Im Vorfeld hatten Experten mit einem Plus von 7,3 Prozent gerechnet. Dazu hätten auch verschärfte Finanzkontrollen beigetragen.

Medienberichten zufolge hätten spekulative Kapitalzuflüsse das Exportvolumen in der Vergangenheit künstlich aufgebläht. Im Vormonat April konnten die Exporte noch um 14,7 Prozent zulegen. Den dritten Monat in Folge fielen im Mai aber die Ausfuhren in die USA und in die EU, den beiden wichtigsten Handelspartnern.

Die Einfuhren waren im Mai um 0,3 Prozent zurückgegangen. Hier rechneten Analysten mit einem Anstieg um sechs Prozent. Seitens der britischen Bank Standard Chartered (Shanghai) hieß es durch den Volkswirt Shen Lan, dass die Daten eine schleppende Nachfrage sowohl aus dem Aus- wie auch Inland widerspiegeln würden. Die Preise hatten sich im Mai um 2,1 Prozent verteuert, was den niedrigsten Wert seit drei Monaten markiert.

Erst kürzlich hatten der IWF (Internationaler Währungsfonds) und die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) ihre Wachstumsprognose für China senken müssen. Laut IWF würden sich speziell die Aussichten für die Exporte Chinas eintrüben. Bei der letzten Korrektur im Mai hatte der IWF die Wachstumsprognose von 8,00 auf 7,75 Prozent zurückgenommen.

Seitens der OECD kappte man die Schätzung von 8,5 Prozent auf 7,8 Prozent. OECD und IWF rechneten zuletzt damit, dass die chinesische Wirtschaft somit nur noch im gleichen Tempo wie im Vorjahr 2012 wachsen wird. Dort war das Wachstum so schwach wie seit 13 Jahren nicht mehr. Die chinesische Regierung selbst peilte zuletzt für das laufende Jahr ein Wachstum von 7,5 Prozent an.

  
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