DE: Bahr will Gesetz für Pharmabranche ändern


(C) Dirk Vorderstraße, (symbolisch; kein Bezug), 2012, Bild: Wikipedia (CC BY 3.0)

Der deutsche Bundesminister für Gesundheit, Daniel Bahr (FDP), will laut einem Medienbericht das Gesetz zu den seit vergangenem Jahr laufenden Preisverhandlungen zwischen dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und Pharmaherstellern zugunsten der Industrie abändern.

Der Spitzenverband soll diesen Informationen zufolge dazu verpflichtet werden, die Preise für jedes neue Medikament individuell auszuhandeln. Einen Änderungsantrag zur Thematik wolle man durch die Koalitionsfraktionen im Gesundheitsausschuss einbringen, berichtet das Handelsblatt.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr würde damit auf Bestrebungen der Schiedsstelle reagieren. Bei Nichteinigungen solle künftig mit Hilfe eines starren Rechenmodells über den Preis entschieden werden. Der Vorsitzende der Schiedsstelle, Gerhard Schulte, hatte ein derartiges Konzept zuletzt vorgestellt.

Mit einem "Algorithmus" solle sich der Preis von neuen Medikamenten zu 49 Prozent nach der Höhe des ermittelten Zusatznutzens richten. Zu 25 Prozent nach den Kosten der Vergleichstherapie und zu 26 Prozent nach den Preisen in anderen europäischen Ländern.

Bei den Pharmaherstellern hatten die Pläne jedoch einen "Aufschrei" ausgelöst. Seit der Arzneireform können sie die Preise von neu zugelassenen Medikamenten "nur" noch ein Jahr lang selbst festlegen. In diesem Zeitraum findet eine Nutzenbewertung statt. Auf deren Basis wird dann der dauerhaft geltende Erstattungspreis verhandelt.

Seitens der Pharmaindustrie gibt es demnach Befürchtungen, weil bei den bisherigen Nutzenprüfungen meist nur ein geringer Zusatznutzen für neue Arzneimittelprodukte festgestellt wurde und auch die gewählten Vergleichstherapien meist ältere und somit eher preiswerte Medikamente beinhalten, dass Schultes Rechenmodell künftig zu massiven Abschlägen auf die Listenpreise des ersten Jahres führen könnte. Mit der angestrebten Gesetzesänderung soll diese Gefahr für die Pharmahersteller gebannt werden, heißt es.

  
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