Northrop Grumman weist Vorwürfe bezgl. Euro Hawk zurück


Northrop Grumman

Der US-Rüstungskonzern Northrop Grumman war nun den aufgekommenen Vorwürfen entgegen getreten, wonach auch er die Probleme bei der Zulassung der Aufklärungsdrohne Euro Hawk mit verschuldet hätte. Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wies ein Manager die Darstellung des deutschen Bundesverteidigungsministeriums zurück.

Für die Zulassung würden deren Angaben zufolge Mehrkosten von bis zu 600 Millionen Euro anfallen. Der US-amerikanische Rüstungskonzern bekundete seinen Willen dazu, das Rüstungsprojekt fortzuführen. Demnach hätte man dem Verteidigungsminister Mitte Mai einen Vorschlag über die Euro Hawk GmbH zukommen lassen, der sich auf zwischen 160 bis 193 Millionen Euro beläuft, heißt es.

Der Vorschlag würde demnach "sämtliche Kosten" für die Musterzulassung und Lufttüchtigkeitsprüfung der Euro Hawk abdecken, gab Janis Pamiljans von Northrop Grumman zu verstehen. Dieses Interview mit dem Rüstungskonzern stellt das erste dar, seit der deutsche Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière Mitte Mai die Beschaffung von vier weiteren Drohnen gestoppt hatte.

Am kommenden Mittwoch wolle der Minister dem Verteidigungs- und Haushaltsausschuss des Bundestages Bericht in der Sache erstatten. Der Vizepräsident von Northrop Grumman für unbemannte Flugsysteme, Janis Pamiljans, wies in dem Interview auch darauf hin, dass man keine Unterlagen zurückgehalten hätte - womit die Technologie des Unternehmens geschützt werden soll.

Laut seinen Angaben hätte man mehr als 4000 Dokumente übergeben. Der Kunde hätte demnach unbeschränkten Zugang zu allen Unterlagen. Auch seien den Bundeswehr-Prüfern in Deutschland sicherheitsrelevante Daten zugänglich gemacht worden. Dass De Maizière das Projekt gestoppt habe, wäre "eine große Überraschung für uns" gewesen, sagte Pamiljans.

"Alle" unternommenen Flugtests seien sicher und fehlerfrei verlaufen. Beim damaligen Vertragsschluss wäre die Zulassung nach US-Luftwaffenstandard geplant gewesen. Pamiljans sei nach eigener Darstellung nicht klar, warum die Zertifizierungsgrundlage verändert wurde. Ebenfalls wies er Kritik zurück, dass Piloten der Bundeswehr die Euro Hawk derzeit nicht selbst fliegen dürften.

Bis zur vollen Übergabe des Systems würde dies vertraglich so vorgesehen sein. Mit dem deutschen Verteidigungsministerium hätte man bezgl. des noch fehlenden Einsatzplanungssystems eine "Road Map" (Projektplan) vereinbart. Eine "dauerhafte" Lösung könnte man innerhalb von 18 bis 24 Monaten liefern, sollte der deutsche Kunde um das vollständige System bitten.

Das Bundesverteidigungsministerium hätte diesen Angaben zufolge noch nicht auf das Angebot von Northrop Grumman zur Nachbesserung bei der Zulassung reagiert. Man hätte wohl noch keine Hinweise darauf, dass das Entwicklungsprogramm unter- oder abgebrochen wurde. Auch warnte der Manager davor, das von EADS (European Aeronautic Defence and Space Company) hergestellte Aufklärungssystem in einem anderen Flugzeug zu installieren. Dies würde die Kosten der Zulassung "weit höher als eine halbe Milliarde Euro" treiben.

  
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