DE: Bahr will nach Skandalen bei Spenderorganen um neues Vertrauen werben


(C) Raimond Spekking, 2012, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Nachdem es durch diverse "Irritationen" in Deutschland einen massiven Vertrauensverlust in die Organspende gegeben hat, soll nun durch eine neue Kampagne verlorengegangenes Vertrauen zurückgewonnen werden.

Laut dem deutschen Bundesgesundheitsminister, Daniel Bahr (FDP), solle jeder "die Chance" nutzen, für sich eine Entscheidung "entweder für oder gegen eine Organspende" zu treffen. Ebenfalls erklärte er zum Start der Kampagne in Berlin: "Das schafft Klarheit, auch für die Angehörigen, die dadurch im Ernstfall entlastet werden", bezogen auf die Aktion unter dem Motto "Das trägt man heute: den Organspendeausweis".

Mit der Kampagne soll erreicht werden, dass sich mehr Menschen als bislang mit der Thematik "Organspende" befassen. In Deutschland waren wegen Manipulationsvorwürfen an deutschen Uni-Krankenhäusern die Spenderzahlen deutlich eingebrochen.

Unterstützung findet diese Aktion auch von anderer Seite her. So wurden in die neue Organspende-Kampagne Prominente mit einbezogen, welche die Öffentlichkeit durch werbende Maßnahmen dazu bringen sollen, entsprechend ihre eigene, ggf. ablehnende, Haltung zur Organspende zu überdenken. Darunter wären der Schauspieler und "Tatort"-Kommissar Klaus J. Behrendt, Biathlon-Olympiasiegerin Kati Wilhelm, Fernsehmoderator Markus Lanz und der Olympiasieger im Gewichtheben, Matthias Steiner.

Auf eine vorherrschende Diskrepanz, bezogen auf die grundsätzliche Organspendebereitschaft und der Zahl derjenigen, die einen Organspendeausweis haben, machte die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Elisabeth Pott, aufmerksam. Demnach würden zwar etwa 70 Prozent der Bürger einer Organspende eher positiv gegenüberstehen, aber nur 22 Prozent hätten dies in einem Spenderausweis auch dokumentiert.

Im vergangenen Jahr war die Zahl der Organspendewilligen nach den medial behandelten Skandalen um 12,8 Prozent auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2002 gesunken. Es spendeten laut offiziellen Zahlen 1046 Menschen nach ihrem Tod Organe. Im ersten Quartal (Januar, Februar, März) des laufenden Jahres gab es mit nur 230 Organspendern deutlich weniger als im Vorjahreszeitraum, so die offiziellen Darstellungen.

Manipulationsversuche wie an Kliniken in Göttingen, Regensburg und Leipzig sowie am Münchner Klinikum rechts der Isar seien laut dem Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) "so nicht mehr möglich". Dies gab er gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender RBB zu verstehen. Es würde nun u.a. unangemeldete Kontrollen geben, um somit eine "bessere staatliche Aufsicht" umzusetzen.

  
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