Holocaust: Opfer bekommen höhere Zahlungen


Miller, Pvt. H., Photographer

Wie das deutsche Bundesfinanzministerium mitteilte, werden die Zahlungen an pflegebedürftige Holocaust-Überlebende in den kommenden Jahren deutlich aufgestockt. Bei den Verhandlungen mit der Jewish Claims Conference (JCC) erklärte sich die Bundesregierung dazu bereit, zwischen 2014 bis 2017 insgesamt 772 Millionen Euro zu überweisen.

Für den derzeitig laufenden Vierjahres-Zeitraum von 2011 bis 2014 war eine Summe von knapp 514 Millionen Euro vereinbart worden. Ab dem übernächsten Jahr würden sich laut dem Ministerium die pauschalen Zahlungen deutlich erhöhen. Von 142 Millionen Euro für 2014 auf 205 Millionen Euro in 2015, 210 Millionen Euro für 2016 und dann 215 Millionen Euro für 2017.

Mit den Geldern sollen Überlebende des Holocausts unterstützt werden, welche auf häusliche Pflege angewiesen sind. Derzeit erhalten etwa weltweit 56000 Menschen Geld aus dem Programm. Die Anfragen nach derartigen Geldleistungen hätten ihren Höhepunkt noch nicht erreicht, heißt es. Dies aus dem Grund, da alle Überlebenden, die noch am Leben seien, zunehmend gebrechlich und hilfsbedürftig würden.

Der Verhandlungsführer der Jewish Claims Conference (JCC), Stuart Eizenstat, lobte die erzielte Einigung. In einer Erklärung gab er zu verstehen: "Wir sehen Deutschlands fortgesetzte Bereitschaft, seine historische Verpflichtung gegenüber den Nazi-Opfern zu erfüllen". Dies würde umso eindrucksvoller sein, als diese [Bereitschaft] in einer Zeit der Sparhaushalte in Deutschland fällt.

Bei den Zuwendungen für die häusliche Pflege handelt es sich um einen Teil der deutschen Entschädigungszahlungen. Derzeit laufen unterschiedliche Programme, worüber die Auszahlung von Renten und einmaligen Entschädigungsansprüchen organisiert werden. Dies, sofern betroffene Personen bestimmte Kriterien erfüllen. Nach Angaben des JCC einigte man sich mit dem deutschen Ministerium auch auf weitere Nachbesserungen.

Das sog. Ghettorenten-Programm solle künftig prinzipiell auch NS-Opfern offen stehen. Also für jene Personen, die während des Zweiten Weltkriegs in "offenen Ghettos" ohne Umfassungsmauer eingesperrt wurden. Jene fielen bisher durch das "Raster", heißt es. Außerdem wurden auch Einkommenshöchstgrenzen angehoben. Laut den Schätzungen der Jewish Claims Conference (JCC) gibt es weltweit noch etwa 500.000 Holocaust-Überlebende. Seit den 1950er Jahren zahlte der deutsche Staat etwa 70 Milliarden Euro an Entschädigung für NS-Opfer aus.

  
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