BER Flughafen: Baustelle verursacht laut Spiegel Millionenkosten


(C) Adam Lederer, 2011, (symbolisch; kein Bezug), Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-NC-SA 2.0)

Der Skandalflughafen "BER" (Berlin Brandenburg "Willy Brandt") soll sich einem Medienbericht zufolge zur wohl teuersten ruhenden Baustelle in Deutschland entwickeln. Seit Sommer vergangenen Jahres seien die Arbeiten an dem weitgehend fertiggestellten Terminal fast zum Erliegen gekommen, berichtet der Spiegel.

Über die vergangenen Monate hinweg hätten sich die ausgeführten Tätigkeiten dort ausschließlich darauf beschränkt, bisherige Planungsfehler und verschiedene Baumängel zu erfassen. Doch die Kosten dieses Stillstands sollen dem Bericht zufolge immens sein. Dies hätte sich der neue Flughafenchef Hartmut Mehdorn von seinen Finanzexperten errechnen lassen.

Dazu schreibt der Spiegel, dass der Flughafen jeden Monat fast 20 Millionen Euro, knapp eine viertel Milliarde Euro pro Jahr, verschlingen würde. Die entsprechenden Gelder müssten demnach für Reinigung, Bewachung, Wartung, Instandhaltung und vor allem Energie aufgebracht werden. Der Stromverbrauch sei heute bereits höher als der des Flughafens Tegel. Dort starten und landen täglich mehr als 400 Maschinen.

Zur Thematik des Energieverbrauchs heißt es etwa, dass der verwaiste Hightech-Terminal rund um die Uhr erleuchtet sei. Zudem würden die Zufahrten zum Flughafen sowie die Straßen auf dem Flughafen-Gelände ab Einbruch der Dunkelheit beleuchtet sein, "wie sonst nur Autobahnen in Belgien".

Auch die Energiekosten für die 750 Baucontainer würden zu Buche schlagen. Diese befinden sich bereits auf dem Gelände. Im Terminal des Berliner Großflughafens BER und den angrenzenden Piers würde die Klimaanlage auf Hochtouren laufen. Rolltreppen wie auch Aufzüge müssen mehrmals in der Woche in Gang gesetzt werden, um sie funktionsfähig zu halten. Lediglich die Flachbildschirme, die noch im vergangenen August fiktive Starts und Landungen anzeigten, wurden inzwischen abgeschaltet.

Zuletzt hatte der regierende Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit (SPD), eine persönliche Verantwortung für die mehrfache Verschiebung der Eröffnung des Großflughafens BER zurückgewiesen. "Ich hatte keine Informationen gehabt, dass der Eröffnungstermin nicht gehalten werden kann", sagte er vor dem Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses.

  
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