FR: IWF-Chefin Christine Lagarde wird wegen Finanzaffäre befragt


(C) MEDEF, 2009, Bild: flickr (CC BY-SA 2.0)

Die Chefin des IWF (Internationaler Währungsfonds) wird wegen der Finanzaffäre aus ihrer damaligen Zeit als französische Finanzministerin (unter dem damaligen Staatschef Nicolas Sarkozy) von Richtern befragt. Laut Medienberichten könnte Lagarde ein formelles Ermittlungsverfahren drohen.

Hintergrund in der Sache seien umstrittene staatliche Entschädigungszahlungen an den französischen Geschäftsmann Bernard Tapie. Ein von der heutigen IWF-Chefin Christine Lagarde angerufenes Schiedsgericht hatte dem Geschäftsmann im Jahr 2008 Schadenersatz in Höhe von 285 Millionen Euro, mit Zinsen gar 400 Millionen Euro, zugesprochen. Ermittlungen gegen Lagarde laufen seit August des Jahres 2011, unter anderem wegen Beihilfe zur Fälschung und Beihilfe zur Veruntreuung öffentlicher Gelder.

Mitte April berichtete das Enthüllungsportal Mediapart bereits, dass möglicherweise gegen Lagarde ein formelles Ermittlungsverfahren eröffnet werden könnte. Wenige Wochen nach ihrem Amtsantritt im August 2011 waren Vorermittlungen eingeleitet worden. In der sog. Tapie-Affäre geht es um den Verkauf des deutschen Sportartikelherstellers Adidas an die französische Bank Crédit Lyonnais.

Im Zusammenhang mit dieser Affäre gab es im Verlauf der vergangenen Monate bereits einige Durchsuchungen. Die Wohnräume der IWF-Chefin wurden Ende März 2013 durchsucht. Die Ermittlungen gegen Lagarde werden vom Gerichtshof der Republik in Frankreich geleitet. Dies ist in Frankreich die einzige Instanz, die zu möglichen Vergehen von Regierungsmitgliedern während ihrer Amtszeit ermitteln darf.

In der Sache sei das Gericht der Auffassung, dass Lagarde "persönlich" im Fall Tapie eingeschaltet gewesen sein könnte. Es gab laut Medienberichterstattung "zahlreiche Anomalien und Unregelmäßigkeiten". Ebenfalls ermitteln in der Sache Untersuchungsrichter aus Paris. Dazu wurden kürzlich Wohn- und Büroräume von Claude Guéant durchsucht, der zum Zeitpunkt der Affäre Sarkozys Generalsekretär im Präsidentenpalast war.

März: Razzia bei IWF-Chefin Christine Lagarde

  
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