Japan: Notenbank lässt den Geldhahn weiterhin offen


(C) Hector de Pereda, 2009, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-NC 2.0)

Die japanische Notenbank wolle den Geldhahn weiterhin weit offen lassen. Zwischenzeitlich würden die Aussichten für die Wirtschaft "günstiger" eingeschätzt, hieß es. Die Bank of Japan sehe, dass die Konjunktur "in Schwung" kommt. Damit äußert sie sich optimistischer als zuvor.

Die japanische Regierung müsse nun die Haushaltsreformen umsetzen. Auch die Mehrwertsteuer solle erhöht werden, gab der Notenbankchef Haruhiko Kuroda zu verstehen. Um gegen die Deflation anzukommen wolle man die Geldbasis mindestens um 60-70 Billionen Yen pro Jahr aufstocken - was umgerechnet rund 500 Milliarden Euro sind.

In den kommenden zwei Jahren möchte man insgesamt umgerechnet 1,1 Billionen Euro in die Wirtschaft fließen lassen. Zielsetzung dieser Aktionen sei, dass damit der Preisverfall gestoppt und eine Teuerungsrate von zwei Prozent in zwei Jahren umgesetzt wird. Verschiedene Beobachter gehen derzeit jedoch davon aus, dass die Notenbank deutlich länger brauchen wird, um dieses Ziel zu erreichen.

Personen die von der Wirtschaftsnachrichtenagentur Reuters befragt wurden, gaben zu verstehen, dass die Geldpolitik noch bis zu fünf Jahre locker bleiben könnte. Aus aktueller Sicht heraus würde ein Ausstieg aus diesem gefahrenen Kurs noch weit entfernt sein, sagte der ehemalige Mitarbeiter der Bank of Japan, Nobuyuki Nakahara.

Die bisherigen Staatsanleihenkäufe durch die Bank of Japan hatten bereits teils heftige Turbulenzen am Markt ausgelöst. Aktuell kauft die japanische Notenbank etwa 70 Prozent aller von der Regierung ausgegebenen Anleihen auf. Der gefahrene Kurs des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe, die heimische Wirtschaft mit Geldspritzen der Notenbank und auch staatlichen Unterstützungsmaßnahmen in Schwung zu bringen, hatte für eine positivere Stimmung gesorgt.

Anfang des Jahres war der Vorsitzende der Asiatischen Entwicklungsbank, Haruhiko Kuroda (Oxford-Absolvent), durch Japans Ministerpräsident Shinzo Abe für den Posten des Zentralbankchefs nominiert und nachfolgend bestätigt worden. Die fünfjährige Amtszeit des bisherigen Zentralbankchefs Masaaki Shirakawa endete offiziell im April. Er kündigte jedoch an, seine Funktionen bereits am 19. März abgeben zu wollen.

Im Januar hatte sich die japanische Zentralbank dem Druck der Politik gebeugt und den Geldhahn weiter aufgedreht. Um die lahmende japanische Konjunktur zu befeuern, sollte das milliardenschwere Programm zum Aufkauf von Wertpapieren ab nächstem Jahr vorerst unbegrenzt gelten, entschied der Rat der Bank of Japan.

  
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