Eurovater Mundell: Europa braucht einen König


(C) Triwbe, 1998, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Der in die Jahre gekommene "Vater des Euros" hat nun eine starke Führungspersönlichkeit für den Euro gefordert. Laut Robert Mundell müsse Europa einen König bekommen. In einem Interview mit dem Magazin "Capital" gab er zu verstehen:

"Europa braucht einen König. Auf jeden Fall bräuchte der Kontinent einen Finanzminister, der sich um den Euro kümmert. Aber noch besser wäre ein König, ein Symbol europäischer Autorität".

Europa müsse mehr "Einheit" bekommen, wenn es auf der Welt weiterhin Macht haben wolle. Seiner Ansicht nach wäre die Defizit-Grenze von drei Prozent zu "lax". Vor allem für Länder mit einer gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu hohen Verschuldung.

"Und dann hat keiner Zähne gezeigt, um die Regel durchzusetzen. Die zentrale Autorität - welche auch immer - war zu weich", so Mundell. Trotz der Probleme würde der Euro für ihn aber immer noch eine "Erfolgsgeschichte" sein. Speziell Deutschland würde durch die Einheitswährung profitieren.

Er selbst schätzt das Risiko, dass die Eurozone auseinanderbrechen könnte, bei weniger als 20 Prozent ein. Er sehe den Euro eher als "zu stark" an. "Es sollte stabile Kurse bei rund 1,20 Dollar geben", sagte er. Eine Abwertung hätte für den europäischen "Aufschwung" bereits Wunder vollbringen können.

Dadurch hätte man auch nicht so viele Staatsanleihen aufkaufen müssen. Laut Mundell würde "ein aufwertender Euro [die] Staatshaushalte" ruinieren. Er sparte auch nicht mit Kritik in Richtung der Zentralbanken der G7-Staaten. Dazu merkte er an: "Die Zentralbanken der G7-Staaten haben diese idiotische Idee, ihre Wechselkurse völlig frei schwanken zu lassen. Das ist kompletter Unfug".

Der kanadische Volkswirt Robert Mundell hatte 1999 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften bekommen. Sein Studium genoß er an der University of British Columbia (UBC), am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und an der London School of Economics and Political Science (LSE). Nachfolgend war er an der University of Chicago als Post-doctoral Fellow in Political Economics. Ebenfalls war er beim IWF (Internationalen Währungsfonds), der Weltbank und der EU-Kommission tätig. Robert Mundell lebt heute in einem Schloss in Oberitalien, ob er selbst die Bestrebung hat, zum König von Europa aufzuschwingen, kann spekuliert werden. Auch ist er Ehrendoktor der Finanzuniversität der Regierung der Russischen Föderation.

  
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