Spionage bei AP: US-Regierung gesteht Lauschangriff ein


(C) jrossol, 2007, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-NC-SA 2.0)

Nach dem umstrittenen Lauschangriff auf die Nachrichtenagentur AP meldete sich nun eine offizielle Person der US-Administration zu Wort. Laut Eric Holder (Justizminister der USA) hätte man ein solches Vorgehen nach einem schweren Fall von Geheimnisverrat angeordnet.

Demnach hätten die "durchgesickerten" Informationen angeblich eine Gefahr für die Bevölkerung in den Vereinigten-Staaten bedeutet. Es hätte sich um einen der "ernstesten", wenn nicht "den ernstesten Fall" von Geheimnisverrat gehandelt, den Holder in seiner Berufslaufbahn erlebt hätte.

Aus diesem Grund musste ein "sehr aggressives Handeln" vollzogen werden. Die Agentur AP wirft dem US-amerikanischen Justizministerium vor, sich im Frühjahr des vergangenen Jahres zwei Monate lang die Verbindungsdaten von mehr als 20 Telefonanschlüssen von AP-Büros und Journalisten beschafft zu haben.

Gary Pruitt, Chef der Nachrichtenagentur, sprach in einem Beschwerdebrief an Holder von einem "massiven und beispiellosen Eingriff". Die Überprüfung stehe vermutlich mit Ermittlungen zur widerrechtlichen Weitergabe von Informationen über einen vereitelten Terroranschlag im Jemen in Verbindung.

Über diesen hatte AP im Mai 2012 berichtet. Dabei waren angeblich Details über einen geheimen CIA-Einsatz enthüllt worden. Man hätte angeblich Pläne für einen Bombenanschlag auf ein Flugzeug auf dem Weg in die USA durchkreuzt. Das Vorhaben sei damals in einer frühen Phase vereitelt worden.

Die US-Behörden konnten nach eigenen Angaben damals einen mitzuführenden Sprengsatz sicherstellen. Das FBI teilte zur damaligen Zeit mit, dass der Sprengsatz untersucht werde. Man verlautbarte, dass dieser ein "verbessertes Modell" der Bombe zu sein scheint, mit der im Dezember 2009 ein Flugzeug auf dem Weg von Amsterdam nach Detroit in die Luft gesprengt werden sollte.

Gegenüber AFP sagte danach jedoch ein US-Beamter, der für Anti-Terror zuständig ist, dass es sich um eine "nicht-metallische Vorrichtung" gehandelt hätte. Der Anschlag sei damals auch durch den Einsatz "eines Agenten vereitelt worden". Der eingeschleuste Agent hätte demnach die Aufgabe vom Al-Kaida-Ableger in Jemen bekommen, die Bombe an Bord eines Linienfluges zu zünden.

Diesem Agenten, nachdem er die Bombe bekommen hätte, sei es gelungen, den Jemen über die Vereinigten Arabischen Emirate zu verlassen. Danach hätte er den Sprengsatz dem US-Auslandsgeheimdienst CIA übergeben. Dieser arbeitete mit saudi-arabischen und anderen Geheimdiensten zusammen.

Danach wurde von der CIA ein Luftangriff unternommen, so die offiz. Darstellung, bei dem man das Al-Kaida-Führungsmitglied Fahd al-Kuso getötet hätte. Dieser wurde dafür verantwortlich gemacht, einen Anschlag auf das Kriegsschiff "USS Cole" im Jahr 2000 im Golf von Aden verübt zu haben.

Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP hätte im Mai 2012 der für Anti-Terror-Kampf zuständige US-Beamte "gesteckt", dass es möglicherweise Ähnlichkeiten mit dem Sprengsatz aus dem Jahr 2009 gab, der bei einem Anschlag auf den stellvertretenden saudi-arabischen Innenminister Mohammed bin Najef verwendet wurde.

  
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