China: Inflation durch Lebensmittel getrieben


(C) David Creswell; 2007, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-NC-SA 2.0)

Die offizielle Inflation in China fällt im April etwas höher als erwartet aus. Demnach würden teure Lebensmittel die Verbraucher mehr belasten. Der Verbraucherpreis-Index stieg im April um 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an.

Eigentlich waren Analysten im Vorfeld von einem Anstieg von 2,2 bis 2,3 Prozent ausgegangen. Im Vormonat März waren die Verbraucherpreise bereits um 2,1 Prozent gestiegen. Für Gemüse mussten die Verbraucher deutlich mehr Geld aufwenden. Insgesamt hatten sich die Lebensmittel um vier Prozent verteuert.

Das Nationale Statistikbüro (National Bureau of Statistics) gab als Grund "geringere Ernten" an. Im Vergleich zum Vormonat März 2013 stiegen die Preise demnach um 0,2 Prozent an. Analysten waren eigentlich von einem Plus von 0,1 Prozent ausgegangen. Ein Volkswirt von HSBC sagte, dass die chinesische Regierung den Konsum als auch die Investitionen ankurbeln müsse.

Dabei konnte zuletzt beobachtet werden, dass die chinesische Wirtschaft schon seit einiger Zeit an Schwung verliert. Im ersten Quartal dieses Jahres erreichte das Wachstum nur noch 7,7 Prozent, nach 7,9 Prozent im letzten Quartal 2012. Für europäische Verhältnisse sind dies zwar Wunschdenkenzahlen, doch für China sind sie "mager".

Derzeit gehen verschiedene Analysten davon aus, dass die chinesische Zentralbank nicht von der Möglichkeit Gebrauch machen wird, die Geldpolitik weiter zu lockern. Letzten Daten zufolge ließe sich darauf schließen, dass die chinesische Volkswirtschaft wieder in Schwung kommen könnte. Einige Experten meldeten jedoch Zweifel an den "offiziellen Daten" an, da hier ggf. ein wenig "nachjustiert" worden sein könnte.

Sollte die Notenbank die Geldpolitik lockern, würde dies die Preise weiter nach oben treiben. Gegenteilig würde es jedoch möglich sein, in dieser schwierigen Lage, die wirtschaftliche Erholung erneut abzuwürgen. Der Spielraum der chinesischen Notenbank sei laut einer Berichterstattung durch Reuters "eng".

Auch kämpfe die chinesische Wirtschaft derzeit mit einer Überproduktion. Xu Hongcai von der Denkfabrik "China Center for International Exchange" gab zu verstehen: "Wir können uns nicht wirklich auf die Notenbank verlassen um die Wirtschaft zu stützen".

Nun könnte die chinesische Regierung möglicherweise die Ausgaben für die Infrastruktur erhöhen und im Gegenzug die Steuern senken. Seitens der chin. Zentralbank erklärte man, dass es keine "solide Basis" für eine wirtschaftliche Erholung geben würde. Die Volksrepublik China hatte ihr Inflationsziel für das laufende Jahr auf 3,5 Prozent gesetzt.

  
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