EU Richtlinien: Sprungturm in Freibad muss nach Norden zeigen


(C) Lil Wolf, (symbolisch; kein Bezug), 2007, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-NC-SA 2.0)

Laut der Frankfurter-Rundschau (23. April) durfte im Dieburger Ludwig-Steinmetz-Bad der Sprungturm nicht mehr aus voller Höhe benutzt werden (Aktualisierung siehe weiter unten), wegen neuen europaweit geltenden Bestimmungen. Nach diesen muss gewährleistet sein, dass Badegäste, welche vom Turm springen wollen, nicht von der Sonne geblendet werden.

Dies aus dem Grund, da ein Springer ggf. wegen der Sonneneinblendung andere Schwimmer im Becken übersehen könnte. Demnach dürfe "nur noch nach Norden gesprungen" werden. Der betroffene Sprungturm im Fall Dieburg würde jedoch nach Osten hin ausgerichtet sein. Da zuletzt "Versicherungsbedingungen" für die Stadt geprüft wurden, sollte der Turm vorerst gesperrt bleiben, hieß es.

Die mittlerweile harmonisierte Sperrung würde demnach (EU-Sicherheitsbestimmung) jedoch nicht die volle Höhe des Turms betreffen. Es durfte nicht mehr von der 7,50- und 10-Meter-Plattform gen Becken gesprungen werden. Die Fünfer-Plattform des Turms durfte demnach nur unter Aufsicht der Bademeister benutzt werden.

Auch in anderen Schwimmbädern, welche von dieser "Problematik" betroffen sind, könnte die Sperrung der Sprungtürme anstehen oder einschränkende Maßnahmen vollzogen werden, da möglicherweise Versicherungsrisiken entstehen könnten. Die deutsche Stadt Dieburg suchte zuletzt eine Lösung, denn Mitte Mai macht das Ludwig-Steinmetz-Bad wieder auf.

In einer aktualisierten Meldung (27. April) hieß es laut "DA-im-Netz" (Lokalmeldungen Dieburg), dass Springer möglicherweise von der Sonne geblendet werden könnten, da der Turm wie angemerkt gen Osten ausgerichtet ist, und zum anderen könnten sich Springer an der zu "steilen Wand" des Beckens verletzen.

Der Bürgermeister Werner Thomas gab zu verstehen, dass der Turm erst ab 12 Uhr mittags geöffnet wird - demnach dürften dann "alle Bereiche" für den Absprung in das Becken benutzt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Bäderwesen und der TÜV hätten "grünes Licht" gegeben. Zur Seite springen dürfe man jedoch nicht und auch "Köpper" sind verboten. Dazu werde man Schilder aufstellen, um die Badegäste darauf aufmerksam zu machen, welche Regelungen zum Sprung ins kühle Nass eingehalten werden müssten.

Mehr zum Fall Dieburg bei der Frankfurter-Rundschau

  
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