GB: Durchbruch für UKIP - Konservative verlieren Stimmen


United Kingdom Independence Party

In Großbritannien hat die UKIP (United Kingdom Independence Party) einen Durchbruch erzielt und den Konservativen Stimmen abgejagt. Im Durchschnitt erreichte die Partei laut ersten Auszählungen rund 26 Prozent der Stimmen.

Etwa drei Viertel der gewonnenen Gemeinderatssitze waren zuvor mit Vertretern der Tories von Premierminister David Cameron besetzt. Nach letztem Stand wurden in acht von insgesamt 35 ausgezählten Gemeindevertretungen 42 neue Mandate eingefahren.

Ebenfalls hätte die UKIP große Zugewinne in der Hochburg der Labour Party South Shields im Nordosten Englands erreicht. Die UKIP kam demnach mit 24 Prozent der Stimmen noch vor den Konservativen auf den zweiten Platz.

Der Chef von UKIP, Nigel Farage, gab zu verstehen, dass seine Partei nun erstgenommen werden muss. Man werde auch bei den Parlamentswahlen im Jahr 2015 antreten. Die UKIP konnte zuletzt auch ältere, traditionell konservative Wähler für sich gewinnen.

Bereits Mitte März konnte die UK Independence Party (UKIP) einen Rekordwert bei einer damaligen Umfrage einfahren, das jetzige Ergebnis hat dieses allerdings nochmal getoppt. Man erreichte im März 17 Prozent Zustimmung in einer Erhebung des Instituts ComRes.

Seitens des Premiers Cameron hatte man zuletzt verschiedene Taktiken gefahren, um der UKIP das Wasser abzugraben. Man dekorierte die eigene Agenda mit diversen Punkten aus dem UKIP-Programm, was wohl eher dazu geführt hat, dass noch mehr Wähler abgewandert sind. Auch waren Unterwanderungsbemühungen erkennbar, um die Partei diskreditieren zu können.

Das Erstarken der United Kingdom Independence Party setzt Cameron entsprechend weiter unter Druck. Damit könnte das angekündigte Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der EU schneller Wirklichkeit werden, als geplant. Die Partei gilt als englische Version der amerikanischen Tea-Party-Bewegung. Nachdem Cameron ein Austritts-Referendum aus der EU für die Briten nach der Parlamentswahl 2015 ins Spiel brachte, reagierten EU-Partner "befremdet".

  
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