BER: Neue Hiobsbotschaft - Flughafen wird noch teurer


(C) Robert Aehnelt, (symbolisch), 2010, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg müssen Anwohner besser vor Fluglärm des neuen Hauptstadtflughafens geschützt werden. Damit könnten weitere Mehrkosten auf das Bauprojekt zukommen. Die Anwohner begrüßten das Urteil.

Der Flughafenchef Hartmut Mehdorn reagierte mit "Unverständnis". Bereits im vergangenen Jahr hatten die Richter den Betreibern vorgeworfen, dass die Regeln systematisch verfehlt würden. Auch hätte man den Anwohnern nur unzureichenden Schallschutz bewilligt.

Dem Entscheid zufolge sei der Planfeststellungsbeschluss in der Frage des Schallschutzes eindeutig. Fluglärm darf damit die normale Gesprächslautstärke von 55 Dezibel in den betroffenen Wohnungen tagsüber nicht überschreiten. Die Richter blieben entsprechend dieser Begründung bei der strikten Lesart des Planfeststellungsbeschlusses.

Damit ist nun die Problematik vorhanden, dass das Schallschutzprogramm des neuen Flughafens zu klein bemessen ist. Dieses war ursprünglich auf "sechs mögliche" Überschreitungen pro Tag angelegt worden. Es umfasste 139 Millionen Euro. Im Sommer vergangenen Jahres wurden noch weniger als 0,5 Überschreitungen angesetzt. Das Programm wurde um 305 Millionen Euro aufgestockt.

Nun könnten mit der Entscheidung weitere 286 Millionen Euro fällig werden. Zu dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg sei anzumerken, dass keine Revision zugelassen wurde. Der eingesetzte Flughafenchef Mehdorn gab zu verstehen, dass das Schutzniveau bereits jetzt schon "sehr hoch" sei. Die Forderungen des Gerichts würden in weiten Teilen lärmphysikalisch nicht umsetzbar sein.

Die Instandhaltung der Großbaustelle für den neuen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg (BER) kostet monatlich rund 270.000 Euro, was zuletzt aus einer Kleinen Anfrage der Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus hervorging. Ebenfalls hatte man nach den Kosten für die Reinigung auf dem Gelände des BER-Flughafens seit Mai 2012 gefragt. Laut Wowereit werden hierfür monatlich rund 162.000 Euro ausgegeben. Damit kostet der Pannen-Flughafen über 400.000 Euro pro Monat.

Laut einem Bericht von Tagesspiegel hieß es in der vergangenen Woche, dass der Flughafen ursprünglich eigentlich an ganz anderer Stelle errichtet werden sollte. Demnach sei eigentlich 1995 geplant gewesen, dass Sperenberg als Standort ausgewählt wurde. Der Plan soll jedoch an der geplatzten Länderfusion gescheitert sein.

  
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