Griechenland: In 2013 könnten um die 60.000 Firmen dicht machen


(C) flying_tiger, 2006, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-NC-SA 2.0)

Nach Einschätzungen der Athener Kammer für Klein- und Mittelbetriebe wird das Sterben von griechischen Firmen auch in diesem Jahr weitergehen. Man schätzt derzeit ein, dass um die 60.000 Kleinunternehmen in 2013 ihren Betrieb einstellen werden.

Dadurch würden knapp 120.000 Menschen ihre Arbeit verlieren, gab der Kammer-Präsident Pavlos Ravanis zu verstehen. Da bereits zahlreiche Firmen ihren Betrieb eingestellt haben, sei die Frequenz des Firmensterbens mittlerweile verlangsamt worden. Es würde jedoch unvermittelt weitergehen, mit dem Firmensterben.

Im Jahr 2011 wurden für jeden neu gegründeten Betrieb 2,5 Firmen geschlossen. Im nachfolgenden Jahr 2012 sank die Zahl ab. Von jeder neuen Gründung machten auf der anderen Seite zwei Firmen dicht. Heute seien es laut Kammer-Präsident Pavlos Ravanis pro neugegründeter Firma 1,5-mal so viele Firmen die geschlossen werden.

Die Arbeitslosigkeit in Griechenland erreicht noch in 2013 den Rekordstand von 30 Prozent, schätzt Ravanis in seiner Prognose ein. Laut April-Daten von ELSTAT (griechisches Statistikamt) lag die saisonbereinigte offizielle Arbeitslosenquote im Januar 2013 bei 27,2 Prozent.

Ein Anstieg von 1,5 Prozent zum Vormonat. Die offiziell ausgewiesene Arbeitslosenquote bei den Jugendlichen stieg auf 59,3 Prozent weiter an. Unbereinigt bei den Originaldaten kletterte die Arbeitslosenquote sogar auf 27,6 Prozent. Dies entsprach etwa 1,378800 Millionen Arbeitslosen, ein Anstieg von 78.100 Arbeitslosen zum Vormonat und von 288.300 Arbeitslosen zum Vorjahresmonat.

Im Januar 2012 waren laut Statistikamt in Athen 21,8 Prozent ohne Arbeit. Insgesamt waren hier mehr als eine Million Griechen ohne Job. Zu Beginn der griechischen Schuldenkrise 2010 hatte die Arbeitslosenquote noch 11,3 Prozent betragen.

Der deutsche Kreditversicherer Euler Hermes rechnete zuletzt damit, dass eine anhaltende Insolvenz-Welle in den Mittelmeerländern Italien, Spanien, Portugal und Griechenland stattfinden wird. Wie die BILD unter Berufung auf aktuelle Prognosedaten berichtete, wird die Zahl der Insolvenzen in diesen Ländern 2013 voraussichtlich um 33 Prozent steigen. Für die gesamte Eurozone sei 2013 mit einer Zunahme von 21 Prozent zu rechnen.

Bei den Staatsschulden von Griechenland sieht es nicht besser aus. Lagen diese laut IWF-Daten im Jahr 2005 noch bei rund 195 Milliarden Euro, waren es laut vorläufigen Zahlen des IWF im Jahr 2012 schon 343 Milliarden Euro (explizit). Die Angaben beziehen sich dabei auf die Schulden des Zentralstaats, der Länder, der Gemeinden und Kommunen sowie der Sozialversicherungen. Explizite Staatsschulden sind heute schon bestehende, also sichtbare Schulden. Die sog. impliziten Staatsschulden sind dabei noch nicht sichtbar. Es handelt sich um “alle durch das heutige Steuer- und Abgabenniveau nicht gedeckten Leistungsversprechen, insbesondere der Sozialversicherungen”.

  
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