Großbritannien: Fitch entzieht dem Land das Triple-A


(C) twicepix, 2011, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Nachdem Großbritannien durch die US-Ratingagentur Moodys bereits die Top-Bonität aberkannt worden war, hat nun auch Fitch dem Land das Spitzenrating entzogen, von "AAA" auf "AA+". Den Ausblick hat man auf stabil gesetzt.

Die Entscheidung wird mit dem schwachen wirtschaftlichen Ausblick und der angespannten Lage bei den Staatsfinanzen begründet. Damit läuft Großbritannien Gefahr höhere Zinsen für Kredite zu zahlen.

Bei der Ratingagentur Standard & Poors hält Großbritannien zwar noch das begehrte AAA als Rating. Allerdings ist der Ausblick auch dort eher negativ, so dass ein Verlust der Spitzenbewertung anstehen könnte.

Im März des vergangenen Jahres hatte Fitch die Kreditwürdigkeit Großbritanniens auf die Prüfliste gesetzt. Seitens S&P geht man für die Zeit von 2013 bis 2016 von einem Wirtschaftswachstum von jährlich 1,6 Prozent aus. Fitch rechnet damit, dass die Staatsverschuldung in den Jahren 2015 bis 2016 auf bis zu 101 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen könnte.

In den kommenden Jahren werde die Wirtschaft um 0,8 Prozent bzw. 1,8 Prozent wachsen, so die Einschätzung seitens Fitch. Nur noch wenige Länder erhalten die Spitzennote von den großen Ratingagenturen. Die USA und Frankreich gehören nicht mehr dazu.

Im März 2013 erklärte Fitch zum damaligen negativen Ausblick für Großbritannien, dass damit "eine erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Herabstufung in der nahen Zukunft" besteht. Die Schulden würden ihren Höhepunkt später und auf einem höheren Niveau erreichen, als man zuvor angenommen hatte, hieß es.

Die US-amerikanische Ratingagentur Fitch ist weltweit an 51 Standorten präsent. Man bewertet Unternehmen und Banken nach ihren veröffentlichten Zahlen und beurteilt das Management wie auch Staatsanleihen. Sitz ist in New York und London, man beschäftigt weltweit etwa 2000 Mitarbeiter an 51 Standorten.

  
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