Langer Winter: Pollen kommen mit ganzer Kraft


(C) weisserstier, 2010, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Durch den langen Winter ist der Frühlingsanfang in diesem Jahr nun später erfolgt. Damit kommt für Pollenallergiker das alljährliche Problem wieder näher. Eine triefende Nase und/oder rote und tränende Augen oder auch verstopfte Nasennebenhöhlen vermiesen den betroffenen Personen den Gang ins Freie.

In diesem Jahr hatten Pollenallergiker entsprechend ein wenig mehr Zeit unbeschwert durchzuatmen. Wegen des verspäteten Frühlingsanfangs ist der Pollenflug nun aber besonders stark. Das Aufblühen von bestimmten Bäumen wie Pappel, Weide, Hasel, Erle oder auch Birke macht diesen dabei zu schaffen.

Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa sagte Pneumologe Claus Kroegel vom Universitätsklinikum Jena: "[…] in den nächsten ein, zwei Wochen [wird] nun mit geballter Kraft [das Aufblühen bestimmter Bäume] stattfinden, sodass Allergiker besonders stark zu leiden haben".

In milden Frühjahren zieht sich die Phase der Blüte i.d.R. über einen längeren Zeitraum hin. In diesem Jahr würde es laut dem Experten jedoch so sein, dass wegen der langen Kältephase viele unterschiedliche Pflanzen zum gleichen Zeitpunkt aufblühen und damit verbunden entsprechend gehäuft Pollen absondern.

Bereits zum Anfang des Jahres waren Pollen von Erle oder Hasel geflogen, jedoch aufgrund der Kälte in geringeren Mengen. Laut dem Pneumologen Kroegel müssten betroffene Personen ca. "vier Wochen lang eine starke Pollenbelastung einkalkulieren". Erst danach würde sich das Ausmaß des Pollenflugs wieder normalisieren.

Im Mai sei z.B. mit Kiefer- und Eichenpollen zu rechnen, diese bereiten aber weit weniger Probleme. Mit Blick auf Deutschland leiden hier mehr als 15 Prozent der Einwohner an Pollenallergie und Heuschnupfen. Die Tendenz sei laut DWD (Deutscher Wetterdienst) weiter zunehmend.

Die DWD-Medizinmeteorologin Christina Koppe meinte, dass die Pollenbelastung bei windigem und trockenem Wetter problematisch werden könnte, doch es würde wohl "keine Pollenexplosion" geben.

Wenn der Blütenstaub die Nasen- oder/und Augenschleimhäute erreicht, bildet der Körper daraufhin, gegen die vermeintlichen "Feinde", Antikörper und schüttet unter anderem den Botenstoff Histamin aus. Die folgen daraus sind i.d.R. tränende und juckende Augen, Fließschnupfen und Atemnot.

Aber auch Probleme mit dem Magen/Darm könne es geben. Auch Müdigkeit und Konzentrationsstörungen können eintreten. In einigen Fällen kann es gar zu einem allergischen Schock kommen. Laut Informationen des Ärzteverbands Deutscher Allergologen (ÄDA) erkranken ohne ausreichende Therapie bis zu 40 Prozent der Heuschnupfenpatienten an Asthma.

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