Bitcoin: Die Ankunft des neuen Jesus oder neuer Hype?


Bitcoin

Die hippe Fluchtwährung Bitcoin ist nach eigenen Darstellungen ein elektronisches Zahlungsmittel, welches nicht physisch-greifbar ist und dezentral durch ein Computernetz erzeugt und verwaltet wird. In den vergangenen Wochen war der Kurs des virtuellen Zahlungsmittels extrem angestiegen.

Das Konzept der Bitcoins soll auf "Satoshi Nakamoto" zurückgehen, ein Pseudonym für eine Person oder Gruppierung. Wer genau hinter Bitcoin im Ursprung steht, kann nur spekuliert werden. Für Bitcoin steht auch die selbstverlautbarte Anonymität, denn mit diesem Zahlungsmittel könne man angeblich anonym etwas erwerben oder Transaktionen durchführen.

Ob die Sache wirklich anonym ist, kann bezweifelt werden. Zumindest gehört dieser Punkt zu einem der wichtigsten bei der Bewerbung des digitalen Zahlungsmittels. Einer der Bitcoin-Entwickler, Jeff Garzik, sagte gegenüber dem US-Sender CBS:

Es wird behauptet, dass die Bitcoins anonym und nicht rückverfolgbar seien. Doch genau das Gegenteil sei der Fall, sagte Garzik. Es würde demnach alles absolut nachvollziehbar sein, denn jeder Nutzer von Bitcoin hätte eine Kopie des öffentlichen Bestandbuches auf seinem Computer. Behörden können recht einfach einen Durchsuchungsbefehl erhalten, um an die Logdaten der ISPs zu gelangen.

Damit könnten Transaktionen über Bitcoin nachvollzogen werden. Auch würden Behörden mit den sog. Bitcoin-Wechselstuben zusammenarbeiten. Diese werden als MSBs, Money Service Businesses registriert. Bitcoin könne nur als "Währung" erfolgreich werden, wenn man mit den Regulatoren der Regierung zusammenarbeitet, hieß es. Demnach halten die virtuellen Wechselstuben alle Gesetze bezgl. Geldwäsche oder auch Auskunftspflichten über den Kunden ein.

Nachdem der Kurs des Bitcoins zuletzt auf rund 265 US-Dollar gestiegen war, fiel er teils massiv ab und bewegte sich zuletzt im Bereich der 140 US-Dollar. Laut verschiedenen Schätzungen sitzen die damals frühzeitig eingestiegenen Individuen auf mind. sechs Millionen "erzeugter" Bitcoins. Diese sind mittlerweile entsprechend an "Wert" gestiegen, da andere Personen massig Geld in das System transferieren.

Die zuvor fast wertlosen digitalen Coins sind bei der vermuteten Masse von etwa sechs Millionen Bitcoins für Früheinsteiger und Insider also eine gute Stange an Geld wert, bei dem aktuellen Kurs. Da diese nicht mit einmal alle Coins bei hohen Kursen verkaufen können, da der Kurs entsprechend schnell abrauchen würde, wird dieser Vorgang Häppchenweise vollzogen und der Masse als "Kurskorrektur" verkauft, diese vertraut darauf, dass ein nächster Anstieg kommt, da weitere Individuen dazu strömen und Geld in Coins tauschen, um so den nächsten „Anstieg“ mitzunehmen und selbst (möglicherweise) zu profitieren.

Diverse Lichtgestalten wie Max Keiser trommelten für Bitcoins. Diese digitale „Währung“ würde die "zweite Ankunft von Jesus" sein. Sollten immer mehr Leute ihr Geld in Bitcoins tauschen, dann wären angeblich Kurse von 100.000 US-Dollar oder noch mehr pro Coin machbar, so der Medienprophet gegenüber dem Sender Russia Today. Wenn die "Masse" in derartige Spielzeug-Währungen getrieben wird, sollte einem dies zumindest "seltsam" vorkommen.

Es kann natürlich jeder selbst entscheiden, was er macht - vielleicht ist es jedoch manchmal besser, zuvor seine "vielleicht" vorhandenen scharfen Sinne einzusetzen und nicht einfach den Tunnelblick zu haben, um in jene angepriesenen Dinge einzusteigen. Noch vor wenigen Jahren war es recht einfach möglich, abseits der Öffentlichkeit ohne Mühe und Kosten Bitcoins aus dem Nichts zu erzeugen.

Umso mehr solcher Bitcoins erzeugt werden (Jene die keine erzeugen, können welche kaufen), umso schwieriger wird es, da immer mehr Rechenpower notwendig wird. Die damaligen Früheinsteiger und Insider sitzen auf zwischen (laut Schätzungen) 50-55 Prozent der "erzeugten" Bitcoins. Die meisten nachträglich eingestiegenen Nutzer sind schlicht Spekulanten, welche in den Hype gezogen werden sollen, um die "virtuelle" Währung mit Geld zu füttern.

Der Geld-Medienmann Max Keiser sagte bezgl. Bitcoin zu CNBC, dass er angeblich eng mit Entwicklern von Bitcoin kooperieren würde, um eine neue Wechselstube in London zu errichten: “Ich bin jetzt der Berater eines Projekts in London mit exzellenten Leuten die, wie ich es ausdrücken würde, zu dem Kern der Bitcoin-Community von Entwicklern und Finanziers gehören und es scheint sehr spannend zu werden.”

Verschiedene Kritiker sagen, dass es sich bei Bitcoin schlicht um eine Art Schneeballsystem handelt (Ponzi). Die Entwickler, Insider und Früheinsteiger profitieren extrem, wobei nicht direkt ersichtlich ist (Transparenz), wer die hinter-gelagerten Strukturen sind. Die Bitcoins selbst haben dabei keinen intrinsischen Wert. Der Kurs der virtuellen „Währung“ basiert auf Gier, Spekulation und dem Glauben an angebliche Anonymität der „Währung“.

Es werden laut den Entwicklern des virtuellen Zahlungsmittels niemals mehr als 21 Millionen Bitcoins existieren. Der Algorithmus sei so entworfen, dass je mehr Bitcoins bereits existieren, desto schwieriger wird es, neue virtuelle Coins zu schöpfen.

Ein wenig nebulös erscheint auch, dass nach dem damaligen Blitz-Crash im Juni 2011, als die virtuelle Währung auf den Kurs von 1 Cent abrauchte, die Entwickler des Bitcoin-Projekts die CIA (Central Intelligence Agency) in Langley besuchten. Dort hätte man der CIA-Frontorganisation die Bitcoin Technologie vorgestellt.

Bereits im Mai 2011 hatte ein Entwickler erklärt, dass die CIA Venture Capital-Firma in Start-UP-Unternehmen investiere, welche sie für "nützlich" halte. In-Q-Tel sei dabei der Mittelsmann. Man hätte eine Konferenz für die Community der Nachrichtendienste organisiert, wo es um neuartige Technologien ging. Dieses Jahr [2011] hätte man über Geld gesprochen und [sie] hätten ein großes Interesse an Bitcoin gezeigt, verlautbarte einer der Entwickler.

Verschiedenen Spekulationen zufolge, ist die Frontfirma In-Q-Tel auch bei Projekten wie Facebook oder Google involviert und stellt den Antrieb dieser dar. Also nicht etwa die medienwirksamen Stars und Sternchen alla Marc Zuckerberg oder die Google-Boys, welche von der Öffentlichkeit (als sichtbare Strukturen) beweihräuchert werden sollen.

In der Vergangenheit gab es auch immer wieder nebulöse (angebliche) "Angriffe" auf Bitcoin-Strukturen. Es verschwanden massig Coins. Anfang März hatten sich Angreifer Zugang zu den DNS-Servern der Wechselstube Bitinstant verschafft. Man konnte hier Bitcoins im Gegenwert von 12.000 USD klauen. Im September vergangenen Jahres traf es bereits den Dienst “Bitfloor”. Hier verschwanden etwa 24.000 Bitcoins im Wert von einer viertel Million USD. Im März 2012 wurde die Plattform Bitcoinia um rund 46.000 Bitcoins erleichtert, ein damaliger Gegenwert von gut 228.000 USD. Bereits im Jahr 2011 verschwanden in einem weiteren Fall Bitcoins von umgerechnet neun Millionen USD bei einem Hackerangriff.

  
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