Bienen und Gentech-Mais: Experte zweifelt an Unbedenklichkeit


(C) Maja Dumat, 2010, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Nachdem zuletzt das deutsche Thünen-Institut, welches als Bundesforschungsinstitut eine selbständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV; Ilse Aigner CDU) darstellt, Ergebnisse einer initiierten Studie zu den Auswirkungen von gentechnisch verändertem Mais auf Bienen veröffentlicht hatte, berichteten diverse Medien darüber.

Es kamen Schlagzeilen wie "Gen-Mais schadet Bienen nicht" im Spiegel oder andere Titel zum Vorschein. Doch der Gentechnik-Experte Christoph Then ist der Meinung, dass die entscheidende Frage gar nicht gestellt wurde. Der genetisch veränderte Mais soll demnach ein Gift absondern, um so ggf. unerwünschte Insekten abtöten zu können. Dabei sorgen eingebaute Gene des Bakteriums Bacillus thuringiensis (Bt) für die Bildung des Insektengifts.

Then ist der Meinung, dass auch Nützlinge wie Bienen von dem Gift geschädigt werden könnten, wenn es neben dem Gentech-Mais noch andere Beeinträchtigungen gibt, wie diese in der freien Natur, also außerhalb des Labors, vorkommen. Dies hätten wissenschaftliche Publikationen bereits gezeigt, gab Then zu verstehen.

Gegenüber dem Informationsdienst Gentechnik erklärte er: "Das ist brisant. Bienen sind unter realen Bedingungen beständig Umweltgiften, Parasiten und anderen Stresseinwirkungen ausgesetzt". Es sei daher falsch, vor diesem Hintergrund zu behaupten, dass nun "bewiesen" sei, dass Bt-Gifte für Bienen ungefährlich sind.

Für die aktuelle Studie seien künstliche Bienenschwärme gebildet worden. "Es ist anzunehmen, dass diese in geringerem Ausmaß mit Parasiten und Krankheitserregern belastet sind, als dies bei einem normalen Schwarm der Fall ist", sagt Then. Es konnten dabei nicht die Umstände berücksichtigt werden, mit denen Bienen heute zu kämpfen haben.

Die Personen des Johann Heinrich von Thünen-Instituts hatten die ausgewählten Testbienen jedoch in Flugkäfigen gehalten, in denen teils Gentechnik-Mais, teils konventioneller Mais die Nahrungsquelle darstellte. Hier seien keine negativen Auswirkungen der genmodifizierten Pflanzen auf Körpergewicht, Überlebensrate oder Verdauung festgestellt worden, schrieb man in einer Pressemitteilung.

In den vergangenen Jahren haben wissenschaftliche Untersuchungen allerdings mehrfach Risiken für Nützlinge durch Bt-Mais aufgedeckt. So hatten beispielsweise Experten des Bundesamts für Naturschutz bereits 2005 Gesundheitsschäden bei Schmetterlingen beobachtet.

Zuletzt wurde bekannt, zur Thematik Bienen, dass etwa Syngenta gegen Bienenschutz lobbyiert. Mehr zu dieser PR-Aktion von Syngenta und Bayer hier beim Schweizer-InfoSperber

Gentech-Mais und Bienen: Experte bezweifelt Unbedenklichkeit

  
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