Gentech: Nebulöse Abhör-Aktionen von deutschen Behörden


(C) Dorami Chan, (symbolisch) 2007, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-NC-SA 2.0)

Laut Medienberichten der Ostsee-Zeitung und des NDR sind in der deutschen Affäre um illegale Bespitzelungen von Anti-Gentechnik-Aktivisten, Journalisten, Rechtsanwälten und Abgeordneten auch andere Strukturen belauscht worden. Demnach hörte das Landeskriminalamt (LKA) des deutschen Bundeslandes Sachsen-Anhalt auch Telefonate mit, bei denen Mitarbeiter der Umweltschutzorganisation "BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland" (BUND) beteiligt waren.

Im Jahr 2011 wurden zwei angelegte Versuchsfelder für genetisch veränderte Pflanzen im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt zerstört. Danach wurden durch deutsche Behörden Ermittlungen aufgenommen. Hier war u.a. auch ein Helikopter im Einsatz. Nach Informationen der Ostsee-Zeitung kostete der Einsatz 112.000 Euro Steuergelder. Die ostdeutsche Staatsanwaltschaft von Magdeburg hatte veranlasst, Telefonate von Personen abzuhören, die als mutmaßliche Täter in Frage kamen. Laut Medienberichten erfolgte die Abhörung über mehrere Monate.

Unter anderem seien auch Telefonate mit der hessischen Landtagsabgeordneten Nancy Faeser (SPD) und dem BUND Schwerin betroffen gewesen. Die Behörden des ostdeutschen Bundeslands Sachsen-Anhalt sollen offenbar aufgrund eines Tipps gehandelt haben, der durch den ehemaligen Wirtschaftsminister des Bundeslandes, Horst Rehberger (FDP), einging. In seiner Amtszeit förderte die benannte Person die Ansiedlung von Biotechnologie-Unternehmen.

Heute ist die Person Rehberger Vorsitzender des „Forums Grüne Vernunft“, einem Verein, der für die Nutzung der Agro-Gentechnik wirbt. In der Form als Rechtsanwalt vertrat er außerdem Kerstin Schmidt, welche als Geschäftsführerin in mehreren Unternehmen der Branche eingesetzt ist. Im Sommer vergangenen Jahres sorgte er für Schlagzeilen in den Medien, als er den deutschen Erzbischof Robert Zollitsch kritisierte.

Dieser würde sich nicht für Gentechnik einsetzen, wodurch angeblich täglich tausende Kinder an Hungertod sterben würden. Der Einsatz für die Gentechnik sein "ethisch geboten", verlautbarte er in Richtung Zollitsch. Als Gegenreaktion gab der Geistlich zu verstehen: "Es ist infam, wenn Herr Rehberger behauptet, dass Kinder vor Hunger sterben, weil die katholische Kirche sich differenziert kritisch zur Grünen Gentechnologie verhalte".

Quelle: KGT - Bild: flickr (symbolisch)

  
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