NSU Terror: Kritik wegen Akkreditierung von Vertretern der Medien


(C) Bubo, 2005, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Das Oberlandesgericht von München steht wegen seines nebulösen Akkreditierungsverfahrens für Vertreter der Medien in der Kritik. Nun fordert die Ombudsfrau der NSU-Opfer, Barbara John, auch einen garantierten Zugang für türkische Journalisten.

Nach der offiz. Bekanntgabe der akkreditierten Medien kam es in diesen Belangen zu "Irritationen". Der Prozess um die Terrorzelle NSU werde nicht nur in der Türkei aufmerksam verfolgt, so John gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung.

Auch würden zahlreiche türkischstämmige Personen in Deutschland Medien wie Zeitungen oder Fernsehen aus der Türkei konsumieren. Aus diesem Grund sei es nicht nur wünschenswert sondern auch wichtig, dass türkische Journalisten Zutritt bekämen.

John würde das angestrebte Akkreditierungsverfahren nicht verstehen und gehe derzeit davon aus, dass an diesem noch etwas geändert wird. Das deutsche Gericht in München hatte am vergangenen Montag die Liste veröffentlicht, welche Medien beim NSU-Prozess akkreditiert werden.

Demnach würden türkische Medien keinen garantierten Sitzplatz im Sitzungssaal A 101 bekommen. Hier wird am 17. April der Prozess beginnen. Das Gericht vergab insgesamt 50 feste Presse-Plätze. Laut Angaben des Gerichts wurden Akkreditierungsgesuche nach der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt.

Seitens der Linken-Bundestagsabgeordneten Petra Pau kritisierte man das Akkreditierungsverfahren ebenfalls. In Berlin erklärte die Politikerin, dass sich die Justiz schon vor dem NSU-Prozess ein "Armutszeugnis" ausstellen würde.

Zuletzt hatten die Oppositionsparteien Aufklärung über mögliche V-Leute im Unterstützer-Netzwerk der Terrorzelle NSU gefordert, das jüngsten Erkenntnissen zufolge größer sein soll als bisher angenommen. "Wir wollen alles auf dem Tisch haben", sagte der Grünen-Obmann im NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags, Wolfgang Wieland, der "Berliner Zeitung".

  
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