Deutscher Mittelstand merklich unzufriedener mit dem Standort Deutschland


(C) bigmick, 2008, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Laut den jüngsten Daten des sog. Mittelstandsbarometers der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst and Young ist nur noch jeder dritte Mittelständler in Deutschland mit den vorherrschenden Rahmenbedingungen an seinem Standort uneingeschränkt zufrieden.

Der Anteil jener, welche die Gegebenheiten vor Ort rundum gut bewerten, sank von zuvor 40 auf 34 Prozent ab. Die Umfrage wird jedes halbe Jahr durchgeführt, unter 3000 Firmen mit 30 bis 2000 Mitarbeitern.

Erstmals seit dem durch die Krise geprägtem Jahr 2009 sank dabei auch die Zustimmung zur bundesweiten Standortpolitik ab. Laut den aktuellen Ergebnissen der Befragung bewerteten 80 Prozent der Befragten diese als positiv, im Vorjahr waren es noch 87 Prozent der deutschen Mittelständler.

Den Angaben von Ernst & Young zufolge, ist die sinkende Zustimmung zur gefahrenen Standortpolitik der deutschen Bundesregierung vor allem durch die konjunkturelle Unsicherheit in der Eurozone begründbar.

Noch sei aber eine Mehrheit der Mittelständler in Deutschland grundsätzlich einverstanden mit der politischen Richtung für den heimischen Standort. Unternehmen in Bayern zeigten sich der Analyse zufolge am zufriedensten.

Der sogenannte Freistaat ist auch im Bereich der Förder-, Bildungs-, und Mittelstandspolitik auf dem ersten Platz im Ländervergleich. Danach kommen Baden-Württemberg und Niedersachsen. Hinten landete das Saarland, noch nach Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Laut Umfrage bereiten dem deutschen Mittelstand neben der vorherrschenden Eurokrise auch die anziehenden Energiepreise Sorgen. Hier gaben 70 Prozent der Befragten zu verstehen, dass hohe Kosten für die Energie eine große oder sehr große Gefahr seien.

Zur Thematik der sich stetig vertiefenden Krise in der EU hieß es, dass die Mehrheit daran glaubt, mit 72 Prozent, dass sich die Krise weiter zuspitzen wird, jeder Dritte gab an, dass er glaubt, dass die Eurozone zerbrechen könnte.

Im Kampf gegen die Rekordarbeitslosigkeit in Europa streitet die EU dabei weiter um das richtige Rezept. Sparen und Wachstum seien keine Gegensätze, sagte zuletzt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf dem EU-Gipfel in Brüssel. Angesichts von Rekordarbeitslosigkeit und Massenprotesten war die Debatte über die von Deutschland verfochtene Sparpolitik in der Krise erneut entbrannt.

Die deutsche Bundeskanzlerin hatte in der vergangenen Woche die deutschen Unternehmen auch zu mehr Familienfreundlichkeit aufgerufen. "Wer die Fachkräfte der Zukunft für sich haben möchte, muss auf das Thema Familie mehr Rücksicht nehmen", so Merkels These.

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

  
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