China Times: Taiwan richtet Mittelstreckenraketen gegen China aus


(C) Pauline Mak, 2010, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-NC-SA 2.0)

Laut einem Bericht der taiwanesischen Zeitung "China Times" will Taiwan Raketen gegen China ausrichten. Demnach sollen im kommenden Jahr 50 neue Mittelstreckenraketen im Zentrum der Insel installiert werden.

Die Waffen (Yun Feng) sollen laut den Angaben auf eine Reichweite von mehr als 1000 Kilometer eingestellt werden. Ausgerichtet werden sollen diese auf militärische Ziele wie Armeestützpunkte und Flughäfen im Südosten Chinas. Das Verteidigungsministerium von Taiwan wollte zu dem Bericht zuletzt keine Stellung nehmen.

Laut einer jüngsten Studie des Friedensforschungsinstituts SIPRI ist China mittlerweile zum fünftgrößten Rüstungsexporteur der Welt aufgestiegen und rüstet neben Russland selber, bis die Schwarte kracht. Die Waffenverkäufe (Export) des Landes seien von 2008 bis 2012 im Vergleich zu den vorangegangenen fünf Jahren um 162 Prozent gewachsen.

Die Insel Taiwan, die dem chinesischen Festland vorgelagert ist, betrachtet China seit der Revolution von 1949 als abtrünnige Provinz und strebt eine Wiedervereinigung zu seinen Bedingungen an. Peking schloss bislang ein militärisches Vorgehen nicht aus, sollte Taiwan in Erwägung ziehen, sich für unabhängig zu erklären.

Laut dem Bericht der China Times arbeitet Taiwan bereits seit längerem an den Yun-Feng-Raketen, um sich gegen China verteidigen zu können. Bei der Entwicklung erhielt das Land demnach Unterstützung eines ungenannten europäischen Staates. Ein früherer taiwanischer Verteidigungsminister hatte kürzlich erklärt, Taiwan habe bereits 2008 Raketen auf China ausgerichtet.

Zuletzt kündigte der neue chinesische Staatschef Xi Jinping an, weiter für "die Sache des Sozialismus" kämpfen zu wollen. Aus diesem Grund wolle man die wirtschaftlichen und militärischen Anstrengungen Chinas weiter verstärken. "Alle Soldaten und Offiziere der Volksarmee und der chinesischen Militärpolizei müssen, geführt von der Partei, dazu fähig sein, große Schlachten zu gewinnen", gab er zu verstehen.

Auch unter der neuen kommunistischen Führung will China in diesem Jahr (2013) seine Rüstungsausgaben erneut deutlich erhöhen. Die zu Beginn (Anfang März) des Nationalen Volkskongresses in Peking bekanntgewordene Vorlage für den neuen Verteidigungshaushalt sieht einen Zuwachs von 10,7 Prozent vor.

Ende September vergangenen Jahres hatte sich der Streit um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer weiter verschärft. Erstmals drangen rund 50 Schiffe aus Taiwan in die Gewässer nahe des Archipels ein und lieferten sich mit der japanischen Küstenwache Gefechte mit Wasserwerfern. Die Inseln werden von Japan, China und Taiwan beansprucht.

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

  
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