Vattenfall: Gewerkschaft ruft Mitarbeiter zum Warnstreik auf


(C) Jonas Bergsten, 2006, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 3.0 DE)

Die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat im vorherrschenden Tarifstreit mit dem Stromkonzern Vattenfall Europe die Beschäftigten für den kommenden Donnerstag zu einem dreistündigen Warnstreik aufgerufen. Laut Vorabmeldung würden sich an der Aktion ggf. rund 3500 Angestellte aus den Betrieben in Hamburg, Berlin und der Lausitz beteiligen können.

Auch eine Kundgebung vor dem Firmensitz in Berlin sei geplant. Hintergrund für den Warnstreik sind aktuell laufende Tarifverhandlungen für die insgesamt etwa 16.000 Beschäftigten von Vattenfall. Den Angaben von Verdi zufolge droht die Geschäftsführung mit massivem Personalabbau und auch Kostensenkungsprogrammen.

Man fordert einen Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen bis zum Jahr 2020 und einen Lohzuwachs um 6,5 Prozent für zwölf Monate. Ende Februar 2013 wurden die Tarifverhandlungen des Vattenfall-Konzerns in Deutschland auch nach der zweiten Verhandlungsrunde ergebnislos vertagt.

Bei diesen Tarifgesprächen drehte es sich um das Arbeitgeberangebot, welches völlig unzureichend gewesen sei, erklärten die Gewerkschaften IG BCE, ver.di und IG Metall. Das Unternehmen erklärte, es habe trotz der schwierigen Situation bei Vattenfall und in der gesamten Energiebranche ein attraktives Angebot vorgelegt. Es sehe eine zweistufige Entgeltanhebung von 2,2 Prozent und 1,6 Prozent für jeweils zwölf Monate sowie eine Einmalzahlung von 200 Euro im Juni 2014 vor.

Ende Februar hieß es in Medienberichten, dass Vattenfall weiterhin auf der Stelle treten würde. Nach einem knappen Jahrzehnt intensiver Expansion mit milliardenschweren Auslandsinvestitionen und Aufkäufen in ganz Europa machte der Energiekonzern 90 Prozent seiner Gewinne immer noch im Stammland Schweden. Die Auslandsexpansion sei zu einem kostspieligen Experiment größenwahnsinniger Manager geworden, lautet der allgemeine Tenor in Schwedens Wirtschaftspresse.

Mitte Februar wurde seitens der deutschen Bundesnetzagentur gegen die Vattenfall Stromnetz Hamburg GmbH ein Verfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Energiewirtschaftsgesetz eingeleitet. Der Vorwurf bezieht sich dabei auf zwei Werbekampagnen aus dem Herbst 2012, bei der Verwechslungsgefahr zwischen dem Netzbetreiber und dem Vertrieb des Konzerns bestanden hätte.

Im vergangenen Jahr (Februar 2012) bekamen die Beschäftigten des Energieversorgers 2,7 Prozent mehr Gehalt. Darauf einigten sich damals Unternehmen und Gewerkschaft in der dritten Runde der Tarifverhandlungen - Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie Energie (IG BCE).

Im Dezember 2012 berichtete das Wirtschaftsblatt "Dagens Industri", dass der schwedische Energieriese wegen des Atomausstiegs angeblich 3,5 Milliarden Euro Entschädigung von Deutschland fordert und wie andere Energieunternehmen eine Klage(n) anstrebt.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
Bücherindex Bild Link

Weitere Inhalte