Dänemark: Microsoft muss möglicherweise 778 Millionen Euro Steuern nachzahlen


(C) Dcoetzee, 2006, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 3.0 DE)

Durch die Übernahme des dänischen Unternehmens Navision im Jahr 2002 soll der US-Konzern Microsoft in Dänemark nun etwa 778 Millionen Euro an Steuern nachzahlen. Der Sender Danmarks Radio 2 berichtete, dass Steuerbehörden des Landes eine empfindliche Steuernachzahlung von Microsoft verlangen.

Inklusive Zinsen soll sich diese auf 5,8 Milliarden dänische Kronen belaufen (etwa 778 Millionen Euro). Das damals übernommene Unternehmen Navision ist auf Enterprise-Resource-Planning-Software (ERP) spezialisiert. Microsoft hatte das Unternehmen zwischenzeitlich in Dynamics NAV umbenannt.

Bei der damaligen Übernahme flossen 10,8 Milliarden US-Dollar, seitens Microsoft. Danmarks Radio 2 berichtete, dass Microsoft das dänische Unternehmen in Folge an die irische Tochtergesellschaft weiterverkaufte, was zu einem viel zu geringen Preis geschehen sei. Dadurch entgingen dem dänischen Fiskus Steuern, so der Vorwurf.

Durch den herabgesetzten Firmenwert und die Übersiedlung nach Irland seien dem dänischen Staat erhebliche Einnahmen aus Steuern entgangen, schreibt DR2. Derzeit würden die Steuerbehörden des Landes mit Microsoft Verhandlungen führen, was die Steuernachzahlung anbelangt.

Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass Microsoft auch noch in einem anderen europäischen Land Ärger blühen könnte. Frankreich will von dem US-Konzern eine Steuernachzahlung in Höhe von mehr als 50 Millionen Euro einfordern.

Ausgelöst wurde die Nachzahlung durch eine veranlasste Steuerprüfung des Jahres 2010. Dabei wurden die Gebühren geprüft, die die französische Niederlassung an die Mutter in Irland abführt.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch; Microsoft HQ)

  
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