Initiative gegen Abzockerei: Schweizer stimmen mit Ja


(C) kyhuskers2, 2007, flickr (CC BY-SA 3.0)

In der Schweiz hat laut vorläufiger Hochrechnung die Mehrheit der Bürger gegen überzogene Gehälter, Bonuszahlungen und Abfindungen für Top-Manager gestimmt. Laut Forschungsinstitut gfs.bern hätten am Sonntag etwa 68 Prozent (Zweidrittelmehrheit) ihr Ja zu der Vorlage gegeben.

Der Hintergrund der Initiative ist die wachsende Empörung über üppige Vergütungen für Top-Manager, welche oftmals zweistellige Millionenbeträge einstreichen. Mit der sogenannten Abzockerinitiative verlangt man, dass künftig nicht mehr die Manager die Vergütungen unter sich ausmachen, sondern die Aktionäre (Stärkung der Aktionärsrechte) über die Gesamtsumme aller Bezüge des Verwaltungsrats, der Geschäftsleitung und des Beirats abstimmen können.

Auch erstreckt sich diese Möglichkeit auf das Grundgehalt wie auch die Bonuszahlungen. Betroffen sind hierbei Schweizer Firmen, die im Aus- oder Inland an der Börse notiert sind. Gänzlich verboten werden sollen Prämien zum Einstand oder auch bei Firmenkäufen/verkäufen und Abfindungen. Bei möglichen Zuwiderhandlungen könnten laut Entwurf Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren und/oder Geldstrafen bis zu sechs Jahresvergütungen drohen.

Der schweizerische Wirtschaftsdachverband Economiesuisse, der die Initiative mit einer millionenteuren Kampagne bekämpft hatte, räumte seine Niederlage zuletzt ein. Man akzeptiere das Votum der Bürger und werde bei der Umsetzung der Initiative konstruktiv mitarbeiten, erklärte deren Direktor Pascal Gentinetta.

Bis die vor mehr als fünf Jahren gestartete Initiative des mittelständischen Unternehmers und parteilosen Abgeordneten Thomas Minder voll umgesetzt ist, dürften allerdings noch ein bis eineinhalb Jahre vergehen. Regierung und Parlament müssen nun ein entsprechendes Gesetz auf der Basis des Initiativtextes erarbeiten und verabschieden.

Verlauf unter: Eidgenössische Volksinitiative «gegen die Abzockerei»

 

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

  
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