Russland: Armee soll neues Niveau für künftige Szenarien erreichen


(C) Presidential Press and Information Office, 2008, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Die russische Armee soll laut Putin, im Zusammenhang mit den Herausforderungen der geopolitischen Lage, in den kommenden drei bis fünf Jahren ein grundsätzlich neues Niveau erreichen. Die vorherrschende Dynamik der geopolitischen Situation fordert von Russland schnelle und feste Handlungen in diesen Belangen, urteilte der russische Präsident am Mittwoch auf einer Sitzung des Kollegiums des russischen Verteidigungsministeriums.

Putin wies hier ebenfalls darauf hin, dass es notwendig sei, dass moderne, bewegliche und gut ausgerüstete Streitkräfte aufzustellen sind, die ebenfalls dazu in der Lage sein müssen, operativ und adäquat auf jegliche potentielle Drohung zu antworten. "Der Anteil von neuer Militärtechnik und Waffen in den Truppen erhöhte sich von 2008 bis Ende 2012 von 6 auf 16 Prozent", hieß es Mitte Februar seitens des Generalstabchefs der russischen Streitkräfte, Generaloberst Valeri Gerassimow.

Bereits Ende Januar dieses Jahres hatte der russische Generalstab einen "Großkrieg" für möglich gehalten. Der Generalstabschef Waleri Gerassimow verlautbarte, die russischen Streitkräfte seien dafür "bereit". Auch wenn Instabilitätsherde und Lokalkonflikte in der Nähe der russischen Grenzen derzeit die größte Bedrohung darstellen würden, „kann ein groß angelegter Krieg nicht ausgeschlossen werden“, sagte Gerassimow.

Die russische Armee begann im vergangenen Jahr mit einer umfassenden Umrüstung. Massive Neuanschaffungen sind bei der Luft- und Weltraumverteidigung sowie bei den Raketentruppen, der Luftwaffe und der Marine geplant. Als Antwort auf den entstehenden US-Raketenschild in Europa fusionierte Russland seine Luftabwehr und Weltraumtruppen zu einer neuen Waffengattung: Luft- und Weltraumverteidigung, die in den kommenden Jahren rund 100 Militärsatelliten bekommen soll, aber auch die neusten Raketenabwehr-Systeme S-400 und S-500.

Darüber hinaus wurden sieben große Luftwaffenstützpunkte eingerichtet, 28 Militärflugplätze wurden modernisiert. Die Luftwaffe soll bis zum Jahr 2020 mehr als 600 moderne Kampfjets, darunter auch 60 Jäger der 5. Generation T-50 sowie über 1000 Hubschrauber bekommen, und darüber hinaus 38 Luftabwehr-Raketensysteme Witjas sowie zehn Systeme Panzir-S1 – so zumindest die offiziellen Angaben.

Putin äußerte zuletzt ebenfalls, dass von außen methodisch Versuche unternommen werden, die strategische Bilanz Russlands ins Wanken zu bringen. Es wurde faktisch die zweite Etappe der Schaffung eines globalen US-Raketenabwehrsystems in Gang gesetzt. Es werden die Möglichkeiten für eine weitere Nato-Ausdehnung gen Osten sondiert. Es besteht dadurch die Gefahr einer Militarisierung der Arktis“, sagte Putin in einer Sitzung des Kollegiums des russischen Verteidigungsministeriums.

Gestern, am 26. Februar 2013, hieß es, dass Moskau und Washington offenbar einen Weg gefunden hätten, die stockenden Raketenabwehr-Verhandlungen in Schwung zu bringen, schrieb die russische Zeitung „Kommersant“. Die Präsidenten beider Länder, Wladimir Putin und Barack Hussein Obama, könnten Erklärungen abgeben, in denen sie ihre Kooperationsbereitschaft und den Verzicht auf gegenseitige Nuklearangriffe zusichern. Dass entsprechende Gespräche bereits geführt werden, bestätigen diplomatische Quellen in Moskau und Washington.

Am Montag wurde verlautbart, dass Israel zusammen mit den USA ein neues Raketenabwehrsystem getestet hätte, das Ziele an der Grenze der Erdatmosphäre zum Weltraum abschießen kann. Der erste Flugtest des antiballistischen Systems „Chetz 3“ war erfolgreich, wie das israelische Verteidigungsministerium mitteilte. Eine Chetz-3-Abfangrakete sei auf einem israelischen Militärgelände gezündet worden und außerhalb der Atmosphäre über dem Mittelmeer geflogen, hieß es. Der Test sei gemeinsam mit der US-amerikanischen Missile Defense Agency (MDA) durchgeführt worden. Die Chetz-3-Raketen sollen den israelischen Raketenschild verstärken, der zurzeit aus Patriot- und Chetz-Systemen früherer Generationen sowie aus der Batterie „Iron Dome“ („Eiserne Kuppel“) besteht.

Im staatlichen Rüstungsprogramm (RUS) bis 2020 sind [offiziell] 500 Milliarden Euro vorgesehen. Die Käufe und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung liegen bei insgesamt 575 Milliarden Euro. Die restlichen 75 Milliarden Euro sollen in die Modernisierung und Entwicklung der Rüstungsindustrie fließen.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

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