Elterngeld: Weniger Euros durch neue Methode der Berechnung?


Freie Universität Berlin

Mit der seit Anfang dieses Jahres gültigen neuen Berechnung des Elterngeldes in Deutschland erhalten viele junge Väter oder Mütter teils deutlich weniger Geld als zuvor. Im schlechtesten Fall liegen die Zahlungen für ein Kind, das in diesem Jahr geboren wird, etwa 40 Euro im Monat niedriger als für ein Kind, welches noch im Dezember 2012 geboren wurde.

Diese Berechnungen führte Frank Hechtner von der Freien Universität Berlin durch, der dort Professor für sog. Steuerwirkungslehre ist. Bei der Süddeutschen-Zeitung hat man die Kalkulationen dazu vorliegen. Den Angaben zufolge ergibt sich diese Differenz für eine verheiratete Mutter oder Vater mit einem Bruttoeinkommen von 4100 Euro im Monat.

Zudem seien auch Personen betroffen, die nur die Hälfte verdienen. Bei einem angenommenen Brutto von 2000 Euro fällt das Elterngeld monatlich um 10,18 Euro geringer aus als vor der neuen Kalkulation. Der Professor gab zu verstehen, dass zudem der Elterngeldrechner des Ministeriums die vorgenommenen Änderungen nicht berücksichtigen würde.

Bei der Nutzung des Internet-Programms sagt dieses bei einem monatlichen Bruttolohn von 4200 Euro ein Elterngeld von 1770,29 Euro voraus. Doch tatsächlich würde die Mutter oder der Vater eines 2013 geborenen Kindes nur 1748,35 Euro bekommen, was das deutsche Familienministerium in einer schriftlichen Anfrage zur Sache bestätigte. "Für Kinder, die 2014 geboren werden, stimmen sämtliche Werte nicht", sagt Hechtner.

Die ominöse Kürzung beim Elterngeld kommt derart zustande, wie nämlich das Nettogehalt berechnet wird, und da hat es laut dem Professor zwei entscheidende Neuerungen gegeben. Auf der einen Seite werde die Obergrenze für die Beiträge zur Krankenversicherung nicht mit berücksichtigt, was bedeutet, dass man den Gutverdienern unterstellt, dass bei der Berechnung des Elterngeldes höhere Beitragszahlungen, als sie diese real geleistet haben, vorliegen.

Dies drückt das Nettogehalt und sorgt für ein niedrigeres Elterngeld. Zudem erfasse die Berechnung des Elterngeldes zwischenzeitliche Steuersenkungen nicht. Nach Hechtners Worten wird die Steuerlast vom Beginn des vergangenen Jahres angenommen. Die Anhebung des Grundfreibetrages in diesem Jahr werde also nicht berücksichtigt. Auch das sorge wieder für höhere Abzüge vom Brutto und weniger Elterngeld.

  
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