USA Pentagon: AFRICOM bleibt weiterhin in Deutschland


United States Africa Command

Laut einer Meldung von Stars and Stripes bleibt das Hauptquartier des AFRICOM, Regionalkommando der US-Streitkräfte für Afrika, in Deutschland. Im Vorfeld hatte das Pentagon eine Untersuchung durchgeführt, ob man das Hauptquartier weiterhin in Stuttgart angesiedelt sehen möchte oder es eher in die USA verlegen sollte.

Elizabeth Robbins (Lt. Col.), eine Sprecherin des Pentagons, teilte diesbezüglich mit, dass die Entscheidung, das AFRICOM-Hauptquartier in Stuttgart/Deutschland zu belassen, auf operative Erfordernisse beruhen würde, die durch General Carter Ham geltend gemacht wurden.

Nach der Auswertung einer Studie (Standortvarianten) in der Sache, hatte sich der Verteidigungsminister nach Rücksprache mit dem AFRICOM-Kommandeur dazu entschieden, dass der derzeitige Standort den operativen Bedürfnissen des AFRICOM besser dienen würde, als eine Verlegung in die USA.

Bereits am 30. Januar 2013 wurde der US-Kongress über die Entscheidung des Verteidigungsministers Leon Panetta informiert. Die Festlegung erfolgte dabei in einer Zeit, in der AFRICOM mit einer ganzen Reihe von Sicherheitsproblemen auf diesem Kontinent konfrontiert ist und sich u.a. um die militanten Islamisten in Mali und in anderen nordafrikanischen Staaten kümmern muss – auch Chinas Aktivitäten in Afrika spielen entsprechend eine Rolle. Mitarbeiter des AFRICOM vertreten schon lange die Auffassung, dass ihr gegenwärtiges Hauptquartier in Stuttgart eine gute Wahl sei, weil es sich näher bei den afrikanischen Partnern befindet als ein möglicher Standort in den USA.

Da nach verschiedenen Schätzungen bis zum Jahr 2015 ungefähr 25 Prozent des US-amerikanischen Öls aus Afrika kommen wird, arbeiten Lobbyisten seit 2002 (laut CSMONITOR; May 23, 2002) daran, die Regierung der Vereinigten Staaten dazu zu bewegen, eine militärische Präsenz in Afrika, hier vor allem im Golf von Guinea, aufzustellen, um gegen Wirtschaftskontrahenten – allen voran China – einen Vorteil zu erlangen beziehungsweise neue Erdölfördergebiete für die US-Ölindustrie zu sichern.

"Wir haben die Daten und Informationen zur Verfügung gestellt, um die vom Büro des Verteidigungsministers vorgenommene Analyse zu unterstützen, und ebenfalls nachgewiesen, dass aus strategischen und operativen Gründen die gegenwärtige Positionierung des AFRICOM in Stuttgart für die Wahrnehmung von Kommando-, Kontroll- und Koordinierungsaufgaben in unserem Verantwortungsbereich am besten geeignet ist," teilte Ben Benson, ein Sprecher des AFRICOM, am Montag in einer E-Mail mit.

Der Standort des AFRICOM-Hauptquartiers war einige Zeit sehr kontrovers diskutiert worden. Als die Gründung dieses Regionalkommandos im Jahr 2007 angekündigt wurde, riefen Spekulationen über seine mögliche Positionierung in Afrika große Besorgnis hervor, weil eine Militarisierung der US-Außenpolitik auf diesem Kontinent befürchtet wurde. Die Ängste entstanden vor dem Hintergrund der Kriege in Afghanistan und im Irak, in denen die Vereinigten-Staaten damals noch sehr engagiert waren.

Von Anfang an haben alle Kommandeure immer wieder betont, dass sie nicht planten, AFRICOM nach Afrika zu verlegen. Trotzdem sahen sich US-Offizielle bei allen Begegnungen mit afrikanischen Medien mit Fragen nach einer möglichen Verlegung konfrontiert. Seit dem Bestehen des AFRICOM haben zahlreiche US-Abgeordnete aus South Carolina und Florida, aus Virginia und Texas immer wieder die Verlegung des AFRICOM in ihre jeweiligen Bundesstaaten gefordert. Sie erhofften sich davon neue Jobs und die Belebung der Wirtschaft in ihren Wahlbezirken.

Militärs der USA haben dagegen gehalten, dass die strategischen Vorteile eines Standortes in Deutschland wegen der Nähe zu Afrika eventuelle Mehrkosten rechtfertigten. General Ham hatte außerdem darauf hingewiesen, dass durch einen Umzug (des AFRICOM) in die USA hohe Kosten entstünden, die man sich wegen zu erwartender Budgetkürzungen nicht leisten könne. General Martin Dempsey, der Chef des US-Generalstabes, hatte bereits im Dezember 2012 vor Soldaten und US-Zivilbeschäftigen des AFRICOM erklärt, er rechne fest mit der jetzt getroffenen Entscheidung.

AFRICOM, das seit dem Jahr 2008 voll funktionsfähig ist, wurde als Antwort auf die wachsende strategische Bedeutung Afrikas gegründet; dieser Kontinent wird wegen seiner vielen Bodenschätze und der heraufziehenden Sicherheitsprobleme immer wichtiger. Das AFRICOM das zunächst nur ein Ableger des ebenfalls in Stuttgart angesiedelten EUCOM (des Regionalkommandos für alle US-Streitkräfte in Europa) war, gewann sein eigenes Profil erst während der Einrichtung der Flugverbotszone in Libyen im Jahr 2011.

US Africa Command headquarters to stay in Germany (DE: via LP 022/13)
Wikipedia: United States Africa Command (DE)
With Mideast uncertainty, US turns to Africa for oil

  
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