Polen: Einführung des Euros kommt wohl nicht so schnell


(C) Premierminister von Griechenland, 2009, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Wegen der Eurokrise scheint eine Einführung der Euro-Währung in Polen immer mehr auf der Kippe zu stehen. Nun hat der Premier Donald Tusk ebenfalls einen baldigen Beitritt zur Gemeinschaftswährung ausgeschlossen. Man hätte in Polen erkannt, dass man auch mit dem Zloty von der EU profitieren könne.

Auch müsste für die Einführung des Euros die Verfassung des Landes geändert werden. Für einen solchen Schritt fehlt jedoch die Mehrheit im Parlament. Auch viele der Konservativen sind gegen die Einführung des Euros. Die Frist zur Einführung der Gemeinschaftswährung in 2012 hat man entsprechend verstreichen lassen. Ein möglicher neuer Termin steht ebenfalls nicht fest.

Im Wall-Street-Journal heißt es seitens Tusk, dass man das Gefühl hätte, dass Polen "kalte Füße" bekommen hat, was die Einführung des Euros anbelangt. Es würden keine großen Anstrengungen erkennbar sein, um die Einführung umzusetzen.

Aus heutiger Sicht würde man noch Jahre brauchen, um alle notwendigen Strukturreformen umzusetzen. Eine zu schnelle Einführung sei auch schädlich für den ruhigen und stetigen Aufbauprozess, der es Polen erlauben würde, der Euro-Zone zu einem späteren Zeitpunkt beizutreten.

Auch spielte man auf die vorherrschende Schuldenkrise in der EU an. Polen sei die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft in Europa. Wenn nun der Euro eingeführt wird, würde das die Preise in die Höhe treiben und die Bevölkerung verarmen, so der konservative Politiker Andrzej Duda.

Zuletzt hatte das polnische Parlament dem EU-Fiskalpakt zugestimmt. Ministerpräsident Donald Tusk sagte in einer Rede vor der Abstimmung, die Polen fühlten sich "mitverantwortlich für die Sicherheit und Stabilität in ganz Europa".

  
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