Neuer Generalstreik lähmt Griechenland ein weiteres Mal


(C) Christos Vittoratos, 2009, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Die Streiks in dem Eurokrisenland Griechenland scheinen nicht abflauen zu wollen. Nun gab es einen neuen Generalstreik. Man streikte gegen weitere Lohnkürzungen und hohe Steuern. Für 24 Stunden fällt der Betrieb in Krankenhäusern, Häfen oder auch Schulen aus. Wie schon viele Mal in den vergangenen Monaten, steht das öffentliche Leben in dem Krisenstaat still.

In den Krankenhäusern wurde nur der Notdienst aufrecht erhalten, die Fähren in den Häfen fuhren nicht und zehntausende Menschen demonstrierten in der Hauptstadt Athen gegen das Sparprogramm der Regierung. Seitens der Gewerkschaften hieß es, dass dieser nun erneut unternommene Schritt bewirken solle, das Rettungsprogramm loszuwerden.

Der Generalsekretär der Gewerkschaft ADEDY, Ilias Iliopoulos, gab zu verstehen, dass eine soziale Explosion "kurz bevor steht". Man werde solange an dem "Kampf" festhalten, solange die Politik weiter an ihrem Kurs festhält, so die Gewerkschaft GSEE.

Die Streiks finden im zunehmenden Maße seit dem Jahr 2009 statt, immer wieder wurde das Land durch Generalstreiks lahmgelegt. Einer der griechischen Beamten, der an der aktuellen Streikkundgebung teilnahm, Nikos Papageorgiou, sagte, dass "unser Land zerstört wird", auch die Jugend wird weiter zerstört. Er sei sehr wütend über die Europäer und auch auf die eigenen Politiker. Sie gehören ins Gefängnis, merkte er an.

Am vergangenen Montag hatte die Regierung eingelenkt und einen Plan zurückgezogen, fast 1900 Beschäftigte im öffentlichen Dienst zu entlassen. Laut griechischen Medienberichten waren an diesem Mittwoch in Athen und Thessaloniki mindestens 50.000 Menschen gegen die strikte Sparpolitik der Regierung auf die Straße gegangen.

Griechenland steckt seit Jahren in der Rezession und hält sich nur dank internationaler Hilfen über Wasser, für die das Land erhebliche Einsparungen zusagen musste. Inzwischen beträgt die Arbeitslosigkeit 27 Prozent, unter den Jugendlichen sind es 60 Prozent. Dieses Jahr sollen 25.000 Staatsbedienstete gehen. Dazu hat sich die Regierung gegenüber den internationalen Geldgebern verpflichtet.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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