Japan: Handelsdefizit steigt - Yen wird schwächer


Staat Japan

Durch den starken Anstieg der Energieimporte steigert sich das Außenhandels-Defizit von Japan auf einen Rekordwert. Beobachter sehen aber auch, dass die Versuche der Regierung, den Yen zu schwächen, entsprechend Anteil daran haben.

Im vergangenen Januar ist das Handelsdefizit deutlich angestiegen. Seitens der Regierung wurde bekanntgegeben, dass sich der Fehlbetrag im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10 Prozent auf nun 1,6 Billionen Yen erhöht hätte. Anzumerken sei, dass sich die Ausfuhren zwar erhöhten, erstmals seit etwa acht Monaten, um 6,4 Prozent auf 4,8 Billionen Yen, doch es stiegen die Importe, um 7,3 Prozent auf 6,4 Billionen Yen.

Die Exporte in die EU sanken den Angaben zufolge um 4,5 Prozent, den 16. Monat in Folge. Zu seinem größten Handelspartner China führte Japan erstmals seit acht Monaten wieder mehr aus. Die Ausfuhren stiegen im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent.

Die Handelsdaten seien ein weiterer Beleg dafür, dass die Gefahren der wirtschaftlichen Pläne der neuen japanischen Regierung um Ministerpräsident Shinzo Abe durchaus vorhanden sind. Dies könne eine weitere Schwächung des Yens zur Folge haben.

Die Exporte könnten damit zwar steigen, doch gleichzeitig würden sich die Importe verteuern. Seitens der G-20 hatte man sich scheinbar zuletzt darauf einigen können, dass der sog. "Währungskrieg" ein Ende haben soll. Vor allem Japan, aber auch China, war in der Vergangenheit wiederholt vorgeworfen worden, den Wert ihrer Währungen bewusst niedrig zu halten.

Zwischen Oktober und Dezember 2012 ist die Wirtschaft der drittgrößten Volkswirtschaft im dritten Quartal in Folge geschrumpft. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2012 war um 0,4 Prozent auf Jahresbasis zurückgegangen. Ökonomen waren zuvor eigentlich von einem leichten Wachstum ausgegangen. Der Überschuss Japans (Leistungsbilanzüberschuss) schrumpfte im Jahr 2012 auf 4,7 Billionen Yen. Das ist ein Minus von gut 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

  
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