Belegschaft von Siemens protestiert gegen Sparpläne des Konzerns


(C) Rufus46, 2006, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Nachdem die Siemens-Führung das jüngste Sparprogramm für das Unternehmen forciert hat, muss sie mit massiver Gegenwehr durch die eigene Belegschaft rechnen. Im vergangenen November 2012 hatte der Konzernchef Peter Löscher angekündigt, dass man die Kosten bis 2014 um sechs Milliarden Euro senken muss, um so die Rendite über alle Bereiche hinweg auf zwölf Prozent zu steigern.

Der Betriebsrat der IG Metall will das nicht hinnehmen, heißt es in einer aktuellen Berichterstattung vom "Spiegel". Am kommenden Donnerstag soll es aus diesem Grund in allen deutschen Niederlassungen und Werken zu einem bundesweiten Aktionstag kommen. Das Motto lautet dabei: Ohne Menschen keine Marge. Ähnliche Veranstaltungen sollen im weiteren Verlauf der kommenden Wochen und Monate stattfinden.

"Wir wollen dem grassierenden Renditewahn Einhalt gebieten", erklärte der zuständige IG-Metall-Vorstand Jürgen Kerner, "ihm weitsichtige Ideen entgegensetzen und Siemens als breit aufgestellten Technologiekonzern erhalten".

Um ihre Position zu untermauern, haben die Funktionäre unter dem Arbeitstitel "Siemens 2020" beim unabhängigen IMU-Institut ein Gegenkonzept in Auftrag gegeben. Fazit der Studie: Statt nur auf Kosten und Rendite zu schielen, solle der Vorstand die Vorreiterrolle des Konzerns bei Zukunftstechnologien nutzen und ausbauen. Das IMU-Institut, eine arbeitsorientierte Forschungs- und Beratungseinrichtung in Stuttgart, Nürnberg, München, Berlin, Dresden.

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2013, das bei Siemens von Oktober bis Dezember dauerte, bekam der Konzern die schlechte konjunkturelle Lage zu spüren. Die Zahl der Auftragseingänge ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um drei Prozent auf 19,1 Milliarden Euro zurück.

Da Siemens auch für dieses Jahr nicht mit Rückenwind rechnet, will der Konzern im neuen Geschäftsjahr das Sparprogramm in Angriff nehmen, um bis 2014 die Kosten um sechs Milliarden Euro zu senken und die Ergebnismarge der einzelnen Sektoren von 9,5 Prozent im Geschäftsjahr 2012 auf mindestens zwölf Prozent im Jahr 2014 zu erhöhen. Allein durch Kostensenkungen im Bereich Einkauf will Siemens drei Milliarden Euro binnen zwei Jahren sparen.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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