Arbeitslosigkeit der Jugend nimmt weiter zu - EU will mehr Planwirtschaft


(C) TUBS, 2011, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Nachdem Ende der Woche die neuen Arbeitslosenzahlen für Griechenland veröffentlicht wurden, wobei die Jugendarbeitslosigkeit mittlerweile auf über 60 Prozent angestiegen ist, wird deutlich, dass die Eurozone ohne berufliche Perspektiven für die Jugendlichen nicht nur im Süden der Europäischen Union ist.

Ebenfalls gibt es in den sogenannten EU-Kernländern, trotz der anscheinmäßig "guten" Zahlen, primär eine Jugend, welche in der Arbeitswelt eher ominös verankert ist, in Praktika, Volontariat, Leiharbeit, Billiglohn und befristete Jobs inklusive unfreiwilliger Teilzeit. Deutlich gefährlicher sieht es derzeit in der Südperipherie aus, was auch ein Vergleich der offiziellen Quoten zur Jugendarbeitslosigkeit zwischen den DFPIGS zeigt. Die Jugend wird mehr und mehr in die Perspektivlosigkeit getrieben.

Wie aus dem Bericht der griechischen Statistikbehörde zuletzt hervorging, hält Griechenland in ganz Europa einen traurigen Rekord bei der Jugendarbeitslosigkeit mit einer Arbeitslosenquote in der Altersgruppe 15 – 24 Jahre von 61,7 Prozent im November 2012, gegenüber 50,1 Prozent im November 2011.

Anfang Februar hatte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sich über die Jugendarbeitslosigkeit, welche in 18 europäischen Ländern über 20 Prozent liegt, beklagt. Um das Problem in den Griff zu bekommen, sei nicht etwa ein Rückbau der EU erforderlich, sondern noch mehr EU-Mittel, zum Beispiel für planwirtschaftliche Zuschüsse zu Gehältern und anderen Beschäftigungsmaßnahmen. Ende September 2012 plante die EU-Kommission eine EU-weite Vermittlung von Arbeitskräften, welche umher siedeln müssten, um in verschiedenen Ländern zu arbeiten.

Im Dezember waren 5,7 Millionen Menschen unter 25 Jahren in der EU ohne Job, davon 3,6 Millionen in der Eurozone. Das entspricht wie bereits im Vormonat einer Quote von durchschnittlich 23,4 Prozent in der EU sowie 24,0 Prozent in der Eurozone.

Der ehemalige Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker hatte Anfang Februar 2012 einen eigenen Haushalt der Eurozone unter anderem zum Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit gefordert. Er warnte vor Unruhen. "Ich warne davor, die Tragödie der Massenarbeitslosigkeit und ihre Risiken für den sozialen Frieden zu unterschätzen", so Juncker.

Anfang September 2012 hatte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in ihrem damals vorgelegten Bericht vor einem globalen Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit gewarnt. Die ILO (Sonderorganisation der Vereinten Nationen) mahnte Beschäftigungs- und Ausbildungsmaßnahmen für Jugendliche an. Man hob die Vorhersage der (offiziellen) globalen Jugendarbeitslosigkeit für das Jahr 2017 um 0,2 Prozentpunkte auf 12,9 Prozent an.

Anfang Dezember 2012 hatte die EU eine Verpflichtung herausgegeben, wonach die Mitgliedstaaten allen EU-Bürgern unter 25 Jahren künftig innerhalb von vier Monaten irgendeine Form von Beschäftigung zu garantieren haben.

  
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