Russland, Ural: Meteoritenregen - Hunderte Verletzte


Bild - Chelyabinsk (RU)

Russischen Medien zufolge ist über dem Ural ein Meteoritenregen niedergegangen. Die Bevölkerung soll entsprechend panisch reagiert haben, einige sprachen gar von "Raketenangriffen". In einer Mitteilung erklärte man seitens des Katastrophenschutzministeriums, dass die Gesteinsfragmente in kaum bewohnte Gegenden niedergegangen sind. Die Explosion war hunderte Kilometer weit zu sehen und zu spüren. Das eindringende Objekt soll in einer Höhe von etwa 10 km über die Erdoberfläche zerbrochen sein (laut space.com) und hatte laut der Russischen Akademie der Wissenschaften eine Masse von etwa 10 Tonnen.

Nach letztem Stand sind mehr als 400 Personen (Zwischenzeitlich auf mind. 1000 angestiegen) verletzt worden, so das russische Innenministerium zur Sache. Zahlreiche Menschen hätten durch zersplittertes Glas Schnittwunden erlitten. Dies aus dem Grund, da eine Druckwelle Fenster bersten ließ. Auch Alarmanlagen in Autos seien angesprungen. Teile des Meteoriten seien auch in eine Schule von Tscheljabinsk eingeschlagen. „Schwere Verletzungen hat niemand erlitten. Hauptsächlich geht es um Schnittwunden durch Glassplitter“, teilt das Pressezentrum des Innenministeriums mit.

An mehreren Orten schlugen Fragmente des Meteoriten ein. Die Behörden hatten die Schließung aller Schulen in der Region angeordnet. Zur Überwachung der Lage in der Region stellte das Katastrophenschutzamt 20.000 Einsatzkräfte sowie Flugzeuge und Hubschrauber zur Verfügung. Die Mobilfunkverbindungen waren nach dem Einschlag zeitweise gestört. Die Region Tscheljabinsk liegt 1500 Kilometer östlich von Moskau, am Südausläufer des Ural-Gebirges.

Die Objekte des Staatsunternehmens Rosatom in der Uralregion seien nicht betroffen, teilte ein Rosatom-Sprecher RIA Novosti mit. In der Ural-Region befindet sich das größte Atommüllverwertungskombinat Majak. Laut Katastrophenschutzbehörde wurde nach dem Meteoritenregen keine erhöhte Radioaktivität festgestellt. Bei dem Meteoriten habe es sich um ein "ziemliches großes Objekt mit einem Gewicht von mehreren Dutzend Tonnen" gehandelt, sagte der russische Astronom Sergej Smirnow. Nahe dem See Tschbarkul sei ein Einschlagskrater mit einem Durchmesser von rund sechs Metern entdeckt worden.

Ominöse Äußerungen hatte es seitens Wladimir Schirinowski (Populistischer russischer Politiker) gegeben. Dieser glaubt nicht an einen Meteoriteneinfall am Ural. Dem Parteichef der Liberaldemokratischen Partei Russlands (LDPR) zufolge handelte es sich um Waffen-Experimente der USA über dem russischen Territorium.

Die Erde erhält im Verlauf des Tages noch weiteren Besuch aus dem Weltall: In weniger als 28.000 Kilometern Entfernung (Entfernung Erde zum Mond 384.400 km) wird der Asteroid 2012 DA14 am Abend um 20.24 Uhr Mitteleuropäischer Zeit an unserem Planeten vorbeischrammen. Weder Russland noch die USA hätten die Möglichkeit zur Abwehr solcher Objekte.

Gerhard Drolshagen, Wissenschaftler der Weltraumagentur ESA, stellte gegenüber dem ARD-Morgenmagazin klar, dass der Meteoriteneinschlag im Ural nichts mit dem Asteroid "2012 DA14" zu tun hat (mehr) - Auch laut der Europäischen Weltraumorganisation haben beide Ereignisse (Einschlag im Ural und der Asteroid "2012 DA14") aufgrund von Flugbahn und Ort des Eintretens in die Atmosphäre nichts miteinander zu tun. Auch der US-Astronom Phil Plait erklärte auf seiner Webseite/Blog, dass der Meteoritenregen im Ural höchstwahrscheinlich nichts mit dem Vorbeiflug des für den Freitagabend erwarteten Asteroiden 2012 DA 14 zu tun gehabt hätte.

Würde der kosmische Brocken (geschätzter Durchmesser 45 Meter) auf der Erde einschlagen, hätte er eine Sprengkraft, die 180 Mal so groß wäre wie die der Atombombe von Hiroshima. Die Masse des Asteroiden wird auf etwa 130.000 Tonnen geschätzt.

Update: Der Asteroid "2012 DA14" ist am Abend an der Erde vorbeigerast. Um 20.24 Uhr deutscher Zeit hatte der Himmelskörper mit 27.800 Kilometern seinen erdnächsten Punkt erreicht und entfernte sich danach wieder.

Flash-Video Chelyabinsk 15.02.2013.avi

Video: AMBA 2012 - bei der Fahrt aufgenommen

Video: Explosion über Chelyabinsk

Video: Chelyabinsk Meteoritenfall und Explosion

Meteor brach über dem Ural auseinander (Tscheljabinsk)

Andere Ansicht, aus Auto heraus aufgenommen

Meteoritenfall in der Nähe von Jekaterinburg

  
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