Industrie in Deutschland beschleunigt Jobabbau Ende 2012


(C) Peter Wöllauer, 2006, Bild: Wikipedia (CC BY 2.5)

Wegen der zuletzt schwächeren Konjunktur hatte die deutsche Industrie ihren Jobabbau Ende 2012 weiter beschleunigt. Nach Angaben des Verarbeitenden Gewerbes sank die Zahl der Beschäftigten in größeren Betrieben vom November auf Dezember um rund 21.000 auf 5,22 Millionen ab, so die Zahlen des Statistischen Bundesamts vom Freitag.

Im Jahresdurchschnitt gesehen konnte die Industrie 124.000 Stellen schaffen, wobei hier im September 2012 der Höhepunkt erreicht wurde. Dieser lag den Angaben zufolge bei 5,26 Millionen Arbeitsstellen. Seit diesem Höhepunkt gingen jedoch rund 40.000 Stellen verloren, was u.a. auch andere Barometer wie die Markit-Umfragen anzeigten.

Speziell die exportorientierte Industrie verspürte durch die Rezession bedingt deutlich mehr Gegenwind als die Dienstleister. Die gesamte Wirtschaft war im vierten Quartal 2012 um 0,6 Prozent geschrumpft, so stark wie seit dem Höhepunkt der Finanzkrise Anfang 2009 nicht mehr. In den drei Quartalen zuvor war das deutsche BIP noch um 0,5, 0,3 und 0,2 Prozent gewachsen. Im Gesamtjahr 2012 legte die Wirtschaftsleistung um 0,7 Prozent zu, kalenderbereinigt um 0,9 Prozent.

Mit Blick auf Industriebetriebe, welche 50 oder mehr Beschäftigte haben, konnte beim Auslandsumsatz im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 1,8 Prozent umgesetzt werden, wobei dieser Anstieg hauptsächlich auf Geschäfte außerhalb der Eurozone zurückzuführen war. In der Eurozone sanken die Erlöse mit den Handelspartnern um 3,7 Prozent. Viele Euro-Länder wie Spanien, Italien, Portugal und Griechenland stecken tief in der Rezession.

Zuletzt hatte die deutsche Industrie vor politisch motivierten Manipulationen beim Wechselkurs gewarnt. "Entscheidend ist, dass die Währung ohne Intervention der Politik am Markt bewertet wird", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo.

Trotz der recht unsicheren Aussichten planen deutsche Industriefirmen im laufenden Jahr neue Mitarbeiter einzustellen. Unternehmen wollen laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) 150.000 zusätzliche Stellen schaffen.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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