Chef von Energieagentur kritisiert Pläne der Regierung


(C) Fernando Tomas, 2005, Bild: Wikipedia (CC BY 2.0)

Stephan Kohler, der Chef der Deutschen Energieagentur DENA, hat die von der deutschen Bundesregierung geplante Begünstigung des Solarstroms (Strompreissicherung) scharf kritisiert.

Die DENA (Deutsche Energie-Agentur) wurde im Jahr 2000 von der rot-grünen Bundesregierung gegründet und agiert nach eigenen Angaben als eigenständiges Unternehmen parteipolitisch unabhängig.

Es sei völlig falsch, die Photovoltaik bei der Förderkürzung rauszunehmen, so Kohler gegenüber der Rheinischen Post. Denn dies seien genau jene Anlagen, die am meisten zum Anstieg der Ökostrom-Kosten beitragen. Kohler merkte in diesem Zusammenhang an, dass hier die "Handschrift Bayerns klar erkennbar" sei.

Der deutsche Bundeswirtschaftsminister Philip Rösler und der Bundesumweltminister Peter Altmaier hatte sich zuletzt in einem gemeinsamen Papier zur Begrenzung der Ökostrom-Kosten einigen können. Zusammen mit den Bundesländern solle bis März ein Konzept erarbeitet werden, kündigten die Minister an.

Hier ist unter anderem vorgesehen, die Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für Neuanlagen, die nach dem 1. August 2013 in Betrieb gehen, auf den Marktwert des Stroms deutlich zu reduzieren. Ausnehmen werde man davon allerdings die Solarstrom-Anlagen. "Wenn man den Betreibern bestehender Anlagen, die häufig Renditen von über zehn Prozent realisieren, für ein Jahr 1,5 Prozent wegnimmt, geht die Welt nicht unter. Das ist nicht existenzgefährdend", sagte Kohler.

Die von den Verbrauchern gezahlte Umlage für den Ökostrom soll bis Ende 2014 eingefroren werden. Diese beträgt derzeit 5,27 Cent. Laut Philipp Rösler sind für die Folgejahre moderate Steigerungen von 2,5 Prozent vorgesehen.

Zuletzt hatte die Partei "Die Grünen" einen eigenen Vorschlag zur Entlastung der Stromkunden vorgelegt. Nach deren Plänen sollen Privatkunden als auch kleine und mittlere Unternehmen um mindestens vier Milliarden Euro entlastet werden. Trittin und Lemke (Grüne) bezifferten die Entlastung beim Strompreis durch ihre Vorschläge für eine durchschnittliche vierköpfige Familie auf 35 Euro jährlich. Anders als Altmaier und Rösler wollen die Grünen an den Grundsätzen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) festhalten.

  
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