Überwachung: Pentagon lässt Smartphone-Erweiterung entwickeln, um Gesicht, Iris und Co. zu scannen


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Das US-amerikanische Militär entwickelt über das Pentagon eine neue Möglichkeit, mit der z.B. per Smartphone das Scannen und Identifizieren von Personen mittels Gesichts-, Augen- oder Daumen-Eigenschaften ermöglicht werden soll, so berichtet es das Magazin "Wired".

Zur Sache schreibt man, dass schon in wenigen Jahren Soldaten oder andere Personen des Staates auf Patrouillen dazu in der Lage sein könnten, per Iris-Scan oder anderen Identifizierungsmerkmalen entsprechend "verdächtige Personen" aufzuspüren.

Das US-Verteidigungsministerium soll den Angaben zufolge drei Millionen US-Dollar in einen Forschungsvertrag mit AOptix investiert haben, um so per "Smart Mobile Identity" biometrische Identifizierungen vorzunehmen. Am Ende der zweijährigen Forschung soll dabei eine Hardwarekomponente und eine Softwarekomponente stehen, die ein handelsübliches Smartphone in ein Gerät verwandeln soll, mit welchem man von jeder Person eine Identifizierung vornehmen kann, anhand der Augen, des Gesichts, der Daumen oder sogar der Stimme.

Das Sicherheitssystem für die Daten selbst soll vom Partner CACI International stammen. Die von AOptix entwickelte Hardware ist dabei kein Smartphone, sondern eine Hardwareerweiterung, um so das Telefon mit benötigten Funktionen erweitern zu können - wie z.B. das Abtasten von biometrischen Daten. Im Gegensatz zum derzeit genutzten Handheld Interagency Identity Detection System (HIIDE) wird diese neuartige Aufrüstmöglichkeit für Smartphones unter einem Pfund wiegen und man kann das Gerät mit nur einer Hand bedienen.

Neben dem Pentagon soll auch die NSA (National Security Agency) in der Entwicklung dieser Technologie die Finger mit im Spiel haben, entsprechend ausgelagert auf externe Frontunternehmen, die mit der Entwicklung beauftragt werden. In den Angaben von AOptix heißt es, dass man wohl zur Nutzung Android-Geräte anstrebt. Was wohl auch den Kampf um Patente und Marktstellungen der jeweiligen Unternehmen in einem anderen Licht bestrahlt.

Chuck Yort, der Vizepräsident von AOptix gab zu verstehen, dass die Software für die Identifizierungsfunktion eine sehr intuitive Schnittstelle hätte, die entsprechend Smartphone-Konventionen nutzen kann. Die Identifizierung von Personen, anders als bei den HIIDE-Geräten, könne wohl auch über eine höhere Distanz erfolgen. Derzeit spricht man davon, dass das Gerät in der aktuell angestrebten Fassung Gesichter in einem Abstand von bis zu zwei Metern Entfernung identifizieren soll. Die Iris (Auge) kann auf gut einem Meter Distanz erfasst werden, ebenfalls die Stimme.

Ein weiterer Vorteil des Geräts sei, dass es die Fähigkeit besitzen wird, die Iris auch bei sehr hellem Sonnenlicht zu identifizieren. Über die Software sollen entsprechend Abgleichdatenbanken genutzt werden, die nach derzeitigem Stand bereits biometrische und nicht-biometrische Daten von mehreren Millionen Menschen umfassen.

  
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