Frankreich kann Schuldenberg in 2013 nicht wie geplant abbauen


Französische Republik

Nach Angaben des französischen Außenministers Laurent Fabius wird Frankreich in diesem Jahr nicht wie geplant seinen Schuldenberg abbauen können, dies gab er am Mittwoch gegenüber Journalisten zu verstehen.

Ihm wurde die Frage gestellt, ob die Einschätzung zur Sache des französischen Rechnungshofes korrekt sei. Fabius antwortete: "Ich denke, es ist wahrscheinlich, dass das Defizitziel von drei Prozent der Wirtschaftsleistung verfehlt wird".

Ominös gab er ebenfalls zu verstehen, dass man das Wachstum nicht behindern dürfe, aber gleichzeitig müsse man die Einsparungen weiter fortsetzen. Im Vorfeld hatte die Regierung Frankreichs beteuert, dass man an den Defizitzielen festhalten wird.

Ebenfalls hatte zuletzt der französische Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault einräumen müssen, dass man das Defizitziel in diesem Jahr verfehlen wird (erreicht nach seiner Einschätzung 3,5 Prozent). Man werde die drei Prozent aus einem "einfachen Grund" nicht genau erreichen, sagte er. Nämlich, weil das Wachstum in Frankreich, in Europa und in der Welt schwächer als erwartet ist, so Ayrault gegenüber dem Fernsehsender "France 3".

Diese öffentlich geäußerte Einschätzung kam dabei nicht bei jedem gut an, speziell nicht in der Eurozone. Sollte Frankreich das vorgegebene Defizitziel für dieses Jahr verfehlen, droht eine harte Auseinandersetzung. Dazu hatten bereits verschiedene Euro-Partner angedeutet, dass sie die strukturellen Reformen in Frankreich für nicht ausreichend halten würden. Eine der Möglichkeiten, um die französische Wirtschaft wieder ankurbeln zu können, sei die künstliche Schwächung der Euro-Währung, hieß es seitens Frankreichs.

Zuletzt hatte die französische Regierung die Stärke der Einheitswährung kritisiert, da diese auf die heimische Wirtschaft belastend einwirken würde. Das Thema wurde bereits zu Wochenbeginn von Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici zur Diskussion gestellt. Er gab zu verstehen, dass der Wechselkurs zwar eine Sache des Marktes sei, dennoch könnte die Politik in abgestimmter Weise Instrumente nutzen, um so für "Stabilität" zu sorgen.

  
Bücherindex Bild Link

Weitere Inhalte