Syrien: Terrorkrieg hat Zahl der Todesopfer auf rund 70000 steigen lassen


(C) Brad Wicklund, 2009, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Der Krieg in Syrien wird einem aktualisierten Bericht zufolge immer brutaler und blutiger. Laut UN hätte man fast 70.000 Tote zu verzeichnen (offiziell festgestellt), rund 10.000 mehr als im Vormonat. Seitens der sogenannten UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay rief man den Sicherheitsrat dazu auf, dass etwas gegen die Gewalt unternommen werden muss.

Durch einen Mangel an Konsens im UN-Gremium wären desaströse Auswirkungen zu sehen und die Bevölkerung Syriens würde den Preis für diese Blockade bezahlen. Pillay forderte das Gremium auf, dass der Konflikt in Syrien vor den Internationalen Strafgerichtshof überwiesen werden muss. Damit würde ein Signal gesendet werden, dass die begangenen Taten nicht ohne Konsequenzen bleiben werden.

Zuletzt hatten die im Land wütenden Terroristen vermeldet, dass man die Kontrolle über den Militärflughafen Al-Dschirah in der nördlichen Provinz Aleppo übernommen hätte. Dies berichtete die ominöse Londoner Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die bereits als Fake-Organisation enttarnt wurde, jedoch weiterhin in sämtlichen Großmedien zitiert wird.

Deren Angaben zufolge hätte man zuletzt deutlich mehr Soldaten der syrischen Regierungstruppen töten können, als in den vorangegangenen Vorstößen. Bei der angeblichen Übernahme des Militärflughafens seien 40 Soldaten der syrischen Regierungstruppen getötet worden.

Die Glaubwürdigkeit der Beobachtungsstelle, die Überprüfbarkeit ihrer Angaben wurde verschiedentlich angezweifelt. Der Sprecher des russischen Außenministeriums, Alexander Lukaschewitsch, erklärte bereits im Februar 2012, dass nur zwei Personen für diese Beobachtungsstelle fernab der Konfliktzone arbeiten und dass der Leiter der Beobachtungsstelle, ein in London ansässiger Snack-Shop-Betreiber namens R. Abdu r-Rahman, nach eigenen Angaben weder über eine journalistische oder juristische Ausbildung noch über einen höheren Schulabschluss verfüge. Diese Fakten ermöglichen entsprechend Rückschlüsse auf die Glaubwürdigkeit der Informationen.

Anfang Februar erreichte erstmals ein Hilfskonvoi der UNHCR den Norden Syriens. Es wurden den offiziellen Angaben zufolge erste wintertaugliche Hilfsgüter in die Azzas-Region verbracht. Insgesamt wurden bisher rund 200 Tonnen Zelte und Decken aus dem Kopenhagener UNHCR-Lager geliefert. In den Nachbarländern stiegen die Flüchtlingszahlen weiterhin an und insgesamt sind nun 728.553 Syrer bereits als Flüchtlinge registriert oder warten auf ihre Registrierung. Im Libanon befanden sich Anfang Februar 237.623 Betroffene, in Jordanien 227.484, in der Türkei 163.161, 79.769 im Irak, 14.4787 in Ägypten und 6.338 in Nordafrika.

Israel hatte zuletzt in Syrien Luftschläge durchgeführt, vorgeblich wegen des Verdachts auf Transfer chemischer Waffen, welche angeblich in die Hände der Hisbollah oder globaler Dschihadisten auf syrischem Boden fallen könnten. Exakt jene Gotteskrieger (Todesschwadronen) werden jedoch seit 2007 von den USA, Saudi-Arabien und Israel bewaffnet und anderweitig unterstützt. Die Vereinten Nationen schweigen bislang, was diese Thematik angeht.

Schon im Jahr 2007 hatten amerikanische, saudische und libanesische Funktionäre eingestanden, dass man seitens Israel, Saudi-Arabien und USA den Terroristen nach Kräften helfen wird, um so die Regierung von Syrien oder Iran zu stürzen. Der Pulitzer-Preisträger Seymour Hersh hatte berichtet: "Die Vereinigten-Staaten haben sich an klandestinen Operationen gegen den Iran und dessen Alliierten Syrien beteiligt".

Auf der einen Seite besetzt Frankreich zum Beispiel weite Teil von Mali und beschuldigt die Herrscher von Katar, dass jene Al-Kaida und andere Terrorfreaks in der Gegend unterstützen würde. Auf der anderen Seite arbeiten bizarrerweise Amerikaner, Franzosen und Israelis mit Katar zusammen, um radikale Extremisten in Syrien zu finanzieren und zu rüsten.

Der US-amerikanische Think Tank (Denkfabrik) Brookings hat ein sog. "Doha Zentrum" in Katar. Genau in diesem wurde auch die beweihräucherte neue Syrien-Koalition (Opposition) mit einem Al-Kaida-Unterstützer an der Spitze geformt. Im Jahr 2007 hatte das US Wall-Street-Journal berichtet, dass die Bush-Administration eine Partnerschaft mit der Muslimbruderschaft in Syrien eingehen wird. Mit dem aufzubauenden Druck, wie es damals hieß, auf die Grenzen Syriens durch Israel und die Türkei sollen die Anti-Assad-Kämpfer entlastet werden. In einem Bericht (Assessing Options for Regime Change) des Think Tanks Brookings hieß es:

Die israelischen Geheimdienste haben ein durchaus breites Wissen über Syrien, sowie zahlreiche Agenten innerhalb des syrischen Regimes. Diese innere Struktur im Staat könnte die Machtbasis untergraben, entsprechend könne man Assads Absetzung in Gang bringen. Seitens Israels selbst könnte man nahe der Golanhöhen Streitkräfte postieren, welche das Regime davon abhalten würden, die Opposition zu unterdrücken. Mit dieser Haltung könnte die Furcht im Assad-Regime vor einen Mehrfrontenkrieg angeheizt werden. Eine derartige Mobilisierung könnte vielleicht Syriens Militärführung dazu bewegen, Assad abzusägen um sich selbst zu bewahren.

Bereits 1983 entwickelte sich eine Anti-Assad-Fraktion innerhalb des US-Auslandsgeheimdienstes CIA. In einem geheimen Memo (dekl.) vom 14. September 1983 hieß es: „Die USA sollten in Erwägung ziehen, den Druck auf Assad dramatisch zu erhöhen. Durch verdeckt orchestrierte, gleichzeitige militärische Bedrohungen gegen Syrien von drei angrenzenden Staaten, die Syrien feindlich gesinnt sind: Irak, Israel und Türkei“.

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

  
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