Österreich: Statt Euros gab es Wurst für Mitarbeiter


(C) acht&siebzig, 2007, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Einen durchaus skurrilen Fall gab es nun in Österreich. In Zeiten wirtschaftlicher Irritationen kommen findige Chefs dabei durchaus auch auf ominöse Ideen, wenn es um die Bezahlung der Mitarbeiter geht. Zugetragen hat sich eine solche "Aktion" in einem Weinviertler Fleischereibetrieb (Niederösterreich).

Im österreichischen Standard schreibt man zur Sache, dass die Mitarbeiter des Betriebs für drei Monate keinen Lohn erhalten hätten. Dann gab es eine Art Ersatzwährung, keine harten Euros, sondern vielmehr Wurstwaren wurden vom Chef bezahlt.

Diesen Fall hatte zuletzt auch die Arbeitskammer Niederösterreich AKNÖ aufgegriffen und in einer Aussendung davon berichtet. Einer der Rechtsberater der AKNÖ gab zu verstehen, dass diese Praktik der Mitarbeiterbezahlung "klar illegal" ist.

Dies aus dem Grund, da in Österreich Gehalt nur in Geld ausbezahlt werden darf, also nicht in Naturalien. Sollte ein Arbeitgeber nicht mehr dazu in der Lage sein, seine Mitarbeiter mit Geld (z.B. Euro) zu entlohnen, darf keine ominöse Ersatzwährung angeboten werden, wie in diesem Fall also Wurstwaren.

Der Arbeitgeber muss in einem solchen Fall, wenn dieser kein Geld als Lohn bezahlen kann, Insolvenz anmelden. Vier Mitarbeiter des Fleischers hatten sich bei der Arbeiterkammer Niederösterreich gemeldet und von diesen Praktiken berichtet.

Einer der Mitarbeiter gab zu verstehen, dass er zwar für Oktober eine Lohnabrechnung erhalten hätte, doch eine Zahlung bekam er nicht. Auf den Lohn für November hätte er eine Stange Wurst im Wert von neun Euro erhalten.

Dann, im Dezember, erhielt er Fleischwaren im Wert von etwa 256 Euro. Eine andere Mitarbeiterin des Weinviertler Fleischereibetriebs berichtete, dass sie mit Schweinefleisch im Wert von 1423 Euro bezahlt worden sei. In einer Rechnung wird dabei penibel aufgelistet, was sie bekommen hat.

Seit Oktober des vergangenen Jahres haben die Mitarbeiter kein Geld gesehen, wobei diese per Jahresende gekündigt wurden und keine Endabrechnung oder Weihnachtsgeld erhalten hatten, schreibt man in dem Bericht.

Bis Dato sei es so, dass der windige Fleischer keine Insolvenz angemeldet hätte. Nun möchte die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) klagen, sollten die Mitarbeiter nicht zu ihrem Geld kommen.

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

  
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