Medien: Nordkorea absolviert erfolgreich Atomtest geringer Stärke


Nordkorea

Laut eigenen Angaben hat das kommunistische Regime in Nordkorea einen erfolgreichen Atomtest unternommen. Der Test sei unterirdisch erfolgt, hieß es in den staatlichen Propaganda-Medien des Landes. Der Test wurde hier als Teil zum Schutz der nationalen Souveränität und Sicherheit Nordkoreas bezeichnet.

Diese würden angeblich die USA bedrohen, ließ man über die amtliche Nachrichtenagentur KCNA verlauten. Dies war der dritte Atomtest, der eine geringe Sprengkraft gehabt hätte. Zum ersten Mal hatte das Land am 9. Oktober 2006 einen nach eigenen Angaben erfolgreichen unterirdischen Atomtest durchgeführt. Die Erdbebenwarten von verschiedenen Ländern hatten kurz vor vier Uhr MEZ ein künstliches Erdbeben im Nordosten von Nordkorea registriert. Hier liegt das Testgelände von Punggye Ri.

Verschiedenen Angaben zufolge lag die Stärke des Bebens bei etwa 5,2, so zum Beispiel das japanische Wetteramt. Aus Südkorea meldete man eine Stärke von 4,9. Man vermutet entsprechend eine Sprengkraft von sechs bis sieben Kilotonnen. Die Bombe, die 1945 über Hiroshima niedergegangen war, hatte eine Sprengkraft von 13 bis 16 Kilotonnen. Das Epizentrum des aktuellen Bebens wurde bei 129,1 Grad östlicher Länge und 41,4 Grad nördlicher Breite registriert, unweit der Stelle, an der auch 2006 getestet wurde.

Kurz zuvor hatte die Nachrichtenagentur KCNA (KOREAN CENTRAL NEWS AGENCY) berichtet, dass man eine "Aktion hoher Intensität" unternehmen werde, womit wohl der stattgefundene Test gemeint sein dürfte. Die UN-Behörde zur Überwachung des internationalen Kernwaffenteststopp-Abkommens (CTBTO) berichtete ebenfalls von ungewöhnlichen Erdstößen in Nordkorea.

In Reaktion auf die Nachricht berief Japan seinen nationalen Sicherheitsrat ein. Die USA und China sollen von Nordkorea bereits am Montag über den bevorstehenden Atomtest informiert worden sein, wie südkoreanische Medien berichteten. Die südkoreanischen Streitkräfte wurden in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Die UN kündigte in einer ersten Reaktion auf den Atomtest eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrates für 16 Uhr Mitteleuropäischer Zeit an. In New York erklärte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, der Test sei eine klare und schwerwiegende Verletzung bestehender UN-Resolutionen.

Die nordkoreanische Führung hatte auf Sanktionen durch die UN mit Drohungen gegen die USA reagiert: Das Atom- und Raketenprogramm werde sich künftig direkt gegen Amerika richten, hieß es in Medienberichten. Außerdem erklärte Nordkorea eine Vereinbarung mit dem Süden über die Denuklearisierung der Halbinsel von 1992 für ungültig.

Westliche Experten gehen davon aus, dass Nordkorea zwar genug spaltbares Material besitzt, um eine geringe Anzahl von Atombomben zu bauen, vermutlich verfüge das Land aber bisher nicht über die Technologie, atomare Gefechtsköpfe zu bauen. Dem kommunistischen Nordkorea ist es per UN-Resolution verboten, Atom- und Raketentechnik zu entwickeln. Südkorea verurteilte den Atomtest als “inakzeptable Bedrohung für den regionalen Frieden”.

Ende vergangener Woche hatte der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon Nordkorea vor den Folgen eines neuerlichen Atomtests gewarnt. Die Bemühungen Nord- und Südkoreas um eine Normalisierung ihrer Beziehungen könnten dadurch zurückgeworfen werden, warnte er. Nordkorea hatte bereits 2006 und 2009 Atomtests vorgenommen, die jeweils UN-Sanktionen nach sich zogen. Satellitenbilder zeigten zuletzt vermehrte Aktivitäten an der Atomtestanlage Punggye Ri im Nordosten des Landes.

Anfang vergangener Woche hieß es, dass die USA und ihre Verbündeten durch den Atomtest Nordkoreas hofften, neue Erkenntnisse über den aktuellen Stand des Atomprogramms zu gewinnen. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob Nordkorea inzwischen in der Lage ist, einen Sprengkopf herzustellen, der auf einer Rakete platziert werden kann.

Anfang Februar hatten die USA und Südkorea ein gemeinsames Seemanöver begonnen, welches auf drei Tage angesetzt war. Nach offiziellen Angaben aus Seoul hätte auch ein Atom-U-Boot der USA an dem Manöver teilgenommen. Dem südkoreanischen Militär zufolge diente die Übung dazu, die gemeinsame Einsatzbereitschaft angesichts potenzieller Gefahren aus Pjöngjang zu testen.

Ende Januar hatte der UN-Sicherheitsrat weitere Sanktionen gegen Nordkorea beschlossen, nachdem das Land im Dezember einen Raketentest durchführte – ein Wettersatellit wurde ins All geschossen. Man ging davon aus, dass es sich um einen verdeckten Raketentest gehandelt haben könnte. Der Resolution zufolge werden die finanziellen Mittel der Raumfahrtbehörde und mehrerer Einzelpersonen eingefroren. Zudem wurde ein Reiseverbot verhängt. Die neuen Maßnahmen kamen auf Initiative Washingtons zustande.

Ende November letzten Jahres hatte Kim Jong Un seinen Verteidigungsminister nach nur sieben Monaten im Amt entlassen und durch einen neuen "Hardliner" ersetzt. Auf Kim Jong Gak folgte General Kim Kyok Sik, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Regierungskreise in Seoul. Mitte Juli 2012 wurde Nordkoreas Armeechef Ri Yong Ho entmachtet, wegen einer [angeblichen] erheblichen Erkrankung. Die amtliche Nachrichtenagentur KCNA berichtet, der General Hyon Yong Chol sei zum Vize-Marschall ernannt worden.

Nordkoreas nukleares Angriffspotential war bizarrerweise fast ausschließlich von der US-Regierung ermöglicht worden, direkt und indirekt mittels globaler Waffenhändler wie Dr. Abdul Qadeer Khan. Obwohl man Nordkorea als Teil der „Achse des Bösen“ bezeichnet, finanzierte die US-Regierung gleichzeitig deren Nuklearwaffenprogramm. Ähnlich wie bei Saddam Husseins Chemie- und Biowaffenprogramm war es Donald Rumsfeld gewesen, der bei der Bewaffnung Kim Jong-ils eine entscheidende Rolle spielte.

Im Januar 2000, als einer der Vorstandsmitglieder von ABB (Asea Brown Boveri), beaufsichtigte Rumsfeld einen 200-Millionen-Dollar-Vertrag, welcher die Lieferung von Material und Logistik zum Bau zweier Leichtwasserreaktoren für Nordkorea vorsah. Wolfram Eberhardt, ein Sprecher von ABB, bestätigte, dass Rumsfeld während seiner Zeit bei der Firma bei fast allen Vorstandssitzungen anwesend war. US-Politiker verkaufen erst Waffen an die Feinde und machen riesige Gewinne, bringen dadurch das amerikanische Volk in Gefahr, um dann mit dieser Begründung als Vorwand anzugreifen und zu erobern.

  
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