Auswertung: Filesharing geht zurück, Umsatz mit Musik auch


(C) Anton Nordenfur, 2012, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Nachdem die französische Regierung das sogenannte Three-Strikes-Modell auf den Weg gebracht hatte, dachte man seitens der Musikindustrie eigentlich, dass entsprechend mehr Geld verdient werden kann. Doch einer aktuellen Auswertung zufolge, ist dies nicht wirklich in die Realität eingetreten.

Bezweckt werden soll mit dem Three-Strikes-Modell der HADOPI-Behörde, dass Benutzer nicht illegal in Tauschbörsen z.B. Musik herunterladen, sondern diese käuflich erwerben. In einem aktuellen Bericht von DigitalMusicNews heißt es nun jedoch, dass zwar die Nutzung von Filesharing-Diensten an sich zurückgegangen ist, doch einen Aufwind bei den Musikverkäufen konnte man nicht feststellen.

In den vergangenen drei Jahren sei die Anzahl der Nutzer in P2P-Netzen teils deutlich zurückgegangen, hieß es in der Auswertung des französischen Musikbranchenverbandes SNEP. Bei DigitalMusicNews heißt es zur Sache, dass dieser Effekt nicht nur auf die Three-Strikes-Regelung zurückzuführen sei, sondern eher damit im Zusammenhang steht, dass es inzwischen deutlich einfacher geworden ist, legale Angebote zu verwenden.

Dazu tragen unter anderem die verschiedenen Streaming-Dienste (z.B. Spotify, YouTube etc.) bei. Diese bieten in der Regel einen preiswerten Zugang zu einer großen Anzahl an Musikstücken. Ebenfalls ist die Verlagerung zu den sogenannten Sharehostern zu sehen, bei denen die Rechteinhaber nicht so leicht wie in P2P-Netzwerken an die Daten der Nutzer kommen würden. Im Jahr 2012 sank auch die Nutzung von Filehostern um 27 Prozent.

Diese Effekte dürften nach Ansicht von DigitalMusicNews einen wesentlichen Anteil daran haben, dass ein Rückgang um etwa 35 Prozent in den P2P-Netzen zu verzeichnen war. Der Rückgang der Umsätze aus dem Musikvertrieb ist dabei weiterhin anhaltend.

In den vergangenen drei Jahren wurde die Nutzung von Filesharing-Diensten zwar stetig weniger, doch auch die Einnahmen der Branche gingen um 22 Prozent zurück und setzten damit den Trend nach unten, seit einem Jahrzehnt, unvermindert weiter fort. Diesen Abwärtstrend konnte man auch mit den leicht wachsenden Zahlen aus Download-Verkäufen (Abo) nicht kompensieren.

Hadopi oder HADOPI bezeichnet eine durch ein französisches Gesetz von 2009 eingerichtete Behörde, die gegen Urheberrechtsverletzungen im Internet vorgehen soll. Das Gesetz ist seit Anfang 2010 in Kraft. In den ersten acht Monaten versendete Hadopi 400.000 Warnhinweise wegen Urheberrechtsverletzungen.

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

  
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