Europäischer Skandal um Pferdefleisch weitet sich aus


(C) Piktor08, 2007, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 2.0 DE)

Im Verlauf des Wochenendes ist der europaweite Lebensmittelskandal um Pferdefleisch, welches als Rindfleisch ausgegeben wurde, weiter eskaliert. Von der einen Seite hagelte es Verdächtigungen, von der anderen Seite Klagen und auch direkte Schuldzuweisungen waren im Programm.

Der Lebensmittelkonzern Findus hatte eine Klage gegen Unbekannt angekündigt, da derzeit nicht ersichtlich sei, wer nun mit einer Klage belangt werden könne. Diese soll am Montag eingereicht werden, hieß es.

Mit Blick auf den französischen Fleischverarbeiter, von dem man das Fleisch bezog, hatte man die Schuld an einen rumänischen Lieferanten geschoben. Den Angaben der britischen Lebensmittelsicherheitsbehörde FSA zufolge, wiesen Packungen des Konzerns Findus einen Pferdefleischanteil von bis zu 100 Prozent (30 bis 100 Prozent) auf, anstatt Rindfleisch.

Auch bei zwei Fertiggerichten der ALDI-Kette in Großbritannien hätte man derartige Irritationen feststellen müssen. Es stellte sich zuletzt heraus, dass alle beanstandeten Gerichte vom französischen Tiefkühllieferanten Comigel kamen.

Dieses Unternehmen hätte das verwendete Fleisch von dem Unternehmen Spanghero mit Sitz in Südwestfrankreich erhalten. Von deren Seite wiederrum erklärte man, dass jenen das Pferdefleisch in Rumänien untergeschoben worden sei.

Der Landwirtschaftsminister von Rumänien, Daniel Constantin, hatte am Wochenende Vorermittlungen zur Sache eingeleitet und zugleich betont, dass wenn sich der Betrugsverdacht erhärten sollte, man die Schuldigen bestrafen wird. Derzeit sei jedoch nichts erwiesen.

Der Präsident des rumänischen Verbands der Lebensmittelindustrie (FSIA), Dragos Frumosu, äußerte starke Zweifel an den Beschuldigungen aus Frankreich. Nachdem man Pferdefleisch in Produkten in Großbritannien fand, hatte Findus auch in Schweden und Frankreich Fertiggerichte aus dem Handel genommen.

Die britische Lebensmittelaufsicht ordnete Tests aller Fertigmahlzeiten an, die laut Verpackung Rindfleisch enthalten müssten. Auch in Deutschland hat der Skandal Folgen: Das Düsseldorfer Verbraucherschutzministerium verschärfte die Produktkontrollen.

In Großbritannien ist der Konsum von Pferdefleisch ein regelrechtes Tabu. Während in Frankreich und einigen anderen europäischen Ländern der Konsum von Pferdefleisch im 19. Jahrhundert wieder zugelassen und sogar gefördert wurde, trifft dies auf Großbritannien und die Vereinigten Staaten nicht zu, obwohl dort der Katholizismus keine wichtige Rolle spielte.

Aufgrund des Verdachts, dass Pferdefleisch das häufig verwendete Veterinärmedikament Phenylbutazon enthalten könnte, und im Hinblick auf die ersten Untersuchungsergebnisse, hat der britische Minister Owen Paterson jetzt doch vor dem Verzehr gewarnt. Er sprach sogar von einer „internationalen kriminellen Verschwörung“ und der Möglichkeit eines Importverbots. Gegenwärtig werde mit der französischen Polizei zusammengearbeitet, um herauszufinden, woher das Fleisch stamme.

Anhang: Anfang Februar 2013 hatte die russische Veterinärbehörde Rosselchosnadsor bekanntgegeben, dass man den Import von gekühltem Fleisch aus Deutschland und den USA verboten hätte. Die Importsperre für gekühltes Fleisch aus Betrieben Deutschlands wurde damit begründet, dass die Sicherheitsmaßnahmen angesichts der Verbreitung der Schmallenberg-Virus-Infektion in diesem Land, nach Ansicht russischer Behörden, unzureichend waren. (mehr hier)

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

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